September 20, 2021
Paul Morphy bei einer Blindpartie im Café de la Régence, 1858

Von André Schulz

Nachdem das Schachspiel sich im Bürgertum etabliert hatte, trafen sich die Schachfreunde in den Cafés der europäischen Metropolen. Das berühmteste „Schachcafé“ war das Café de la Régence in Paris. Man findet es dort heute noch, in der 167 Rue Saint-Honoré, mitten in der Innenstadt der französischen Metropole. Über das Café ist schon viel geschrieben worden. Berühmte Schachspieler gingen hier im 18. Jahrhundert ein und aus. Es ist die Zeit der Aufklärung und das rationale Schachspiel passte gut in den Zeitgeist. Beim Schach wurde über Gesellschaft und Politik debattiert und im Café de la Régence wurde beim Königsgambit auch die Französische Revolution ausgeheckt. Heute bekommt man hier noch Café, aber Schach spielen ist nicht mehr gern gesehen.

In Deutschland gab es in den großen Metropolen ebenfalls reichlich Schachcafés, in denen auch, aber natürlich nicht nur Schach gespielt wurde. Nach englischem und französischem Vorbild formten sich auch in Deutschland hier die „Clubs“. Als ältester deutscher Club gilt die Berliner „Montagsgesellschaft“, 1749 gegründet, später auch Montagsclub genannt. Er hatte im Laufe der Zeit in verschiedenen Lokalen und Cafés seinen regelmäßigen Treffpunkt. Man sprach ungezwungen über gesellschaftliche und politische Themen. Lessing gehörte zu seinen Mitgliedern. Im Gästebuch trugen sich später Geistesgrößen wie Goethe, Fichte, Hegel oder Humboldt ein. Frauen waren nicht zugelassen. Glückspiele waren verboten. Schach spielen war ausdrücklich erlaubt.

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