März 7, 2021

Mit Meistern nacharbeiten – 9. Seminarturnier in Rotenburg an der Fulda

Von Frank Zeller

Was ist denn ein Seminarturnier? Großmeister Jörg Hickl, bekannt für seine Schachreisen, hat dieses Format ins Leben gerufen: eine Mischung aus Lerneinheiten und Wettbewerb. Die Seminarteilnehmer spielen untereinander ein Turnier im Schweizer System, die Partien werden hinterher zusammen mit den anwesenden Trainern unter die Lupe genommen.
In Rotenburg an der Fulda wird derzeit schon das 9. Turnier in dieser Gestalt absolviert, in der Regel fällt der Termin zeitlich auf den Feiertag, den 3. Oktober.
Das beschauliche Rotenburg in Hessen wurde damals, vor rund einem Jahrzehnt, zur „Schachhochburg“ erkoren, weil es ziemlich mittig in Deutschland liegt, so dass geneigte Teilnehmer es aus allen Himmelsrichtungen der Republik gut erreichen können. Wobei der Radius der Interessierten über die Landesgrenzen hinausgeht. So sind traditionell immer gern Schweizer unter den Mitmischenden.

Eine Woche verbringen die lernbegierigen Schachenthusiasten mit den drei titel-bestallten Trainern – dem veranstaltenden Großmeister sowie den Internationalen Meistern Erik Zude und IM Frank Zeller – zusammen im Posthotel Rotenburg. Fünf Runden Schweizer System gilt es zu dabei zu absolvieren; da ist dann das Programm dicht für die Teilnehmer: vormittags die Partie, die über vier Stunden geht. Nachmittags setzt man sich zunächst mit dem Gegner, daraufhin mit einem Trainer zusammen und versucht, Erkenntnisse aus der eigenen Partie zu erlangen. Was habe ich falsch gerechnet – was falsch beurteilt – die erfahrenen Titelträger helfen da auf die Sprünge. In der Regel „supervidiert“ jeder der drei Trainer vier Partien, so dass rund eine Stunde für die Nachbetrachtung jeder einzelnen Partie bleibt. Man lernt nicht nur aus den eigenen Partien: die „Kollegen“ kiebitzen gern bei diesen Nachbetrachtungen und bringen ihre Fragen ein.
Nach dem Abendessen gibt es noch ein Abendprogramm, in dem die Trainer zu schachspezifischen Themen vortragen, sei es beispielhaft zu geschlossenen Strukturen im Mittelspiel, dem Unterschied Läufer versus Springer oder zur praktischen Handhabung von Turmendspielen…

Bei diesem kompakten Programm mit Schach pur darf auch die Erholung nicht zu kurz kommen: Zwei turnierfreie Tage dienen der Entspannung, an denen man die Natur, die zum Wandern einlädt, genießen oder in den Wellnessbereich des Hotels eintauchen kann. Wobei auch an diesen Tagen für diejenigen, die es in den Fingern juckt, für ausreichend Adrenalinfluss gesorgt ist: die Trainer bieten Uhren-Simultan an, zudem darf auch das beliebte Blitzturnier nicht fehlen, an dem sich Ihr Berichterstatter stets gerne in die Schlacht wirft!

https://www.schachreisen.eu/schachreisen/seminarturnier

Bilder aus dem Turniersaal während der Runde: Konzentration und rauchende Köpfe bei den Teilnehmern.

„Reiseleiter“ Jörg Hickl mit voller Entschlossenheit bei Uhrensimultan, Gefangene werden keine gemacht: 10,5 zu 0,5 lautete das Endergebnis. Das Remis in der letzten laufenden Partie sorgt dafür, dass beide Seiten mit erhobenem Haupte aus der Schlacht hervorgehen können!

Abendveranstaltung mit dem Berichterstatter; kyrillische Buchstaben sind auch im Spiel…

Details unter www.schachreisen.eu

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