April 18, 2024

Drei Tage Bundesliga in Viernheim: Spitze!

Das lassen wir uns jetzt nicht mehr nehmen! Als Gastgeber der drei zentralen Bundesligarunden in Viernheim haben wir drei Siege eingefahren, darunter einen vorentscheidenden: Gegen Titelverteidiger OSG Baden-Baden haben wir nicht nur 5:3 gewonnen, wir haben die Baden-Badener dominiert. Zwar waren sechs Stunden harter Kampf erforderlich, aber der Vergleich lief ausschließlich in unsere Richtung, und der Sieg war ungefährdet.

Dicht umlagert: der Spitzenkampf zwischen Baden-Baden und Viernheim. | Foto: Stefan Spiegel

Vier Spieltage vor Schluss führen wir die Bundesligatabelle jetzt mit drei Punkten Vorsprung an. Auch ansonsten war das große, internationale Schachfest in Viernheim ein voller Erfolg. Hunderte von Gästen im Bürgerhaus waren rundum zufrieden, tausende Zuschauer an den Bildschirmen auch. Ein Riesendank an alle, die mitgeholfen haben!

Gut sechs Stunden SC Viernheim vs. OSG Baden-Baden, instruktiv-unterhaltsam komprimiert auf gut 35 Minuten: Gespickt mit Szenen aus dem Spielsaal, die die Akteure, die Spannung und das riesige Publikumsinteresse greifbar machen, führt Großmeister Ilja Zaragatski durch das Match gegen Baden-Baden, zeigt, wie es Vishy Anand schaffte, dass gegen Hikaru Nakamura nicht der seidene Faden riss, an dem sein Endspiel hing, oder wie Parham Maghsoodloo sich gegen Vincent Keymer den letztlich entscheidenden Bauern einverleibte.

Wir können sie an dieser Stelle nicht alle aufzählen, darum seien stellvertretend drei Viernheimer ins Schaufenster gestellt, die als ehrenamtliche Helfer dazu beigetragen haben, dass wir eine Veranstaltung dieser Größe ausrichten konnten – und die als Fans unseres Sports und unseres Teams drei Tage Weltklasseschach genossen haben.

Maximilian und Till teilen im Interview für unseren YouTube-Kanal ihre Eindrücke:

 

Die zentralen Runden waren noch gar nicht beendet, da bekam unser erster Vorsitzender schon eine Medaille umgehängt – nicht die Meistermedaille, die müssen wir uns noch erarbeiten, sondern die Bundesligamedaille für besondere Verdienste, eine Anerkennung für die Organisation der „Zentralveranstaltung“:

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„Das Team des SC Viernheim hat mit großer Einsatzbereitschaft und Tatkraft eine hochklassige Veranstaltung mit nationaler und internationaler Strahlkraft organisiert und durchgeführt“, sagte Bundesligachef Markus Schäfer (rechts), als er unseren Vorsitzenden Stefan Martin mit der Verdienstmedaille der Schachbundesliga auszeichnete. Links: Bundesliga-Finanzchef Detlef Wickert. | Foto: Reinhard Ahrens

Stefan findet, die Medaille gebühre und gehöre allen, die angepackt und mitgezogen haben. Er trage sie stellvertretend für unsere Vereinsmitglieder, die übers lange Schachwochenende „an die Belastungsgrenze“ gegangen seien. Auch unser Vereinsvorsitzender bewertet die zentrale Runde als „großen Erfolg“, sportlich natürlich mit drei Siegen, darunter dem ganz wichtigen über Baden-Baden, aber auch hinsichtlich der Resonanz und medialen Strahlkraft. „Ausschließlich positiv“ seien die Rückmeldungen gewesen. Schon als er am Montagmorgen in sein E-Postfach guckte, fand Stefan es „mit Dankesmails überhäuft“.

Abseits der Freude über den sportlichen Erfolg betont Stefan, dass es eben keine isolierte Bundesligaveranstaltung war. Die Kombination von Breiten- und Spitzensport sei für uns als in fast allen Viernheimer Schulen vertretener Ausbildungsverein besonders wichtig. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dass die Kader- und Jugendtrainings bestens besucht waren ebenso wie das Blitzturnier in Kooperation mit dem niedersächsischen Verband und Zigurds Seminare, deren Teilnehmer die Bundesligahighlights des Vortags instruktiv vorgeführt bekamen. Nicht nur im Sinne unseres Sponsors d-fine war die süddeutsche Hochschulmeisterschaft („Wissenschachturnier“) eine runde Sache.

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Auf Hikaru Nakamuras Kanälen lief von Freitag bis Sonntag Schachbundesliga aus Germany. Einem Teil seiner Millionen Zuschauer aus aller Welt ist seitdem „Viernheim“ und „d-fine“ ein Begriff. | Foto: Christian Hoffmann/SC Viernheim

 

Die zentrale Figur der zentralen Runden war natürlich unser neues erstes Brett. Hikaru war sportlich die erhoffte Bank mit zwei Punkten aus drei Partien ohne Niederlage. Beinahe wären es 2,5 Punkte geworden, aber Vishy Anand kam im Kampf gegen Baden-Baden noch einmal mit einem Remis davon.

Abseits des Brettes gab sich Hikaru als der Profi, der er ist: offen, nahbar, auskunftsfreudig und unkompliziert. Schon Anfang der Woche war der Weltstar angereist, um vor den Wettkämpfen den Jetlag zu überwinden. Sein Bundesligawochenende begann schon am Donnerstag mit Interviewterminen. Hikaru allein, dessen Mitwirken wir gezielt vorab angekündigt hatten, hat eine im Viernheimer Schach bis dahin ungekannte mediale Resonanz ausgelöst. Dazu hat er sogar selbst beigetragen. Auf Hikarus Kanälen lief von Freitag bis Sonntag Schachbundesliga aus Germany. Einem Teil seiner Millionen Zuschauer aus aller Welt ist seitdem „Viernheim“ und „d-fine“ ein Begriff.