Mai 19, 2024

German Masters Runden 3

Beim German Masters der Frauen waren zu Beginn die zwei Nationalmannschaftsduelle im Fokus, welche allerdings beide relativ ereignisarm waren und zeitig zu Ende gingen. Zwischen Hanna Marie Klek und Josefine Heinemann kam eine Theorievariante der schottischen Partie aufs Brett, in der beide Seiten genau wussten, was sie taten. Die Folge war, dass nach 23 Zügen und nicht einmal 45 Minuten der Remisschluss durch Dauerschach feststand.

Dinara Wagner wählte gegen Jana Schneider die Sizilianische Verteidigung. Der ersten angebotenen Stellungswiederholung nach 20 Zügen wich Jana Schneider noch aus, dem zweiten Angebot ging sie allerdings nicht mehr aus dem Weg, sodass nach 28 Zügen auch hier das Remis durch Stellungswiederholung stand.

Die halben Punkte in den Spitzenpaarungen gaben Lara Schulze die Chance, mit einem Sieg zur Tabellenspitze aufzuschließen. In einem geschlossenen Sizilianer gegen Fiona Sieber ergaben sich früh Stellungsvorteile für Lara. Erst mit einem Bauernvormarsch am Königsflügel, dann ihrem Läuferpaar und schließlich ihren Schwerfiguren rückte sie der gegnerischen Königsstellung zu Leibe. Dadurch konnte sie ihren Vorteil immer weiter ausbauen, bis Fiona schlussendlich ihre Dame für einen Turm geben musste und die Partie entschieden war.

Sarah Papp hatte gegen Luisa Bashylina gute Chancen auf ihren ersten ganzen Punkt des Turniers. Luisa hatte zwar früh einen Bauern mehr, da dieser aber vergiftet war, hatte sie durchaus zu kämpfen. Es entwickelte sich ein langer Kampf, in dem sich Sarahs Vorteil erst in Luft auflöste, später wieder zurückkam, wieder verging und am Ende noch einmal eine Gewinnchance entstand. Mit einer Prise Glück gelang es Luisa aber, am Ende ihren ersten halben Punkt im Turnier festzuhalten.

Zwischen Zoya Schleining und Melanie Lubbe entstand ein offener Kampf, der bei den Frauen die längste Partie des Tages werden sollte. Beide Seiten hatten ihre Chancen. Die Entscheidung sollte erst nach der Zeitkontrolle fallen, als Zoya mithilfe eines Qualitätsopfers gefährliche Freibauern bildete, die schließlich die Partie zu ihren Gunsten entscheiden sollten.

Im offenen Turnier fand das Match zwischen Dennis Wagner und Daniel Fridman ein zügiges Ende. Nach 26 Zügen war die Partie Remis durch Stellungswiederholung. Umkämpfter waren die Remispartien im Bruderduell zwischen Frederik Svane und Rasmus Svane sowie Matthias Blübaum und Leonardo Costa. Im Bruderduell wählte Rasmus die russische Verteidigung. Nach 44 Zügen waren nur noch Könige und Bauern auf dem Brett, sodass Frederik sich diesmal im Gegensatz zum Duell beim Masters 2022 mit einem halben Punkt zufrieden geben musste.

Matthias versuchte gegen Leonardo lange, einen ganzen Punkt aus der Stellung zu kneten. Es gelang ihm zwar in ein Turmendspiel mit drei gegen zwei Bauern abzuwickeln. Das war aber relativ trivial zu verteidigen, sodass nach 84 Zügen der Remisschluss stand.

Den Big Point des Tages sicherte sich Alexander Donchenko, der mit einem Sieg gegen Christopher Noe diesen von der Tabellenspitze verdrängte. Das Unheil nahm seinen Lauf, als Christopher einen vergifteten Bauern auf a5 verspeiste und Alexanders Turm gefährlich in die weiße Stellung eindringen ließ. Von dort an ließ Alex nicht mehr locker und sicherte sich den Sieg nach 34 Zügen.
Die längste Partie des Tages wurde zwischen Michael Prusikin und Jonas Roseneck gespielt. Nach der Zeitkontrolle ergab sich hier ein schöner taktischer Schlag, den Michael mit 46. g5! erfolgreich zu nutzen wusste. Der daraus resultierende Materialgewinn sollte die Partie entscheiden, 14 Züge später stand Michaels erster Sieg fest!

German Masters 2023