September 21, 2021

Wiedergutmachung für den Remiskönig

World-Cup-Finale 2019: Teimour Radjabov gewann, als Belohnung wird er drei Jahre später am Kandidatenturnier 2022 teilnehmen dürfen. Seinen Platz dafür wird sich der Weltranglistendritte Ding Liren erst noch erkämpfen müssen (siehe weiter unten). | Foto: FIDE

Die FIDE plant einem Bericht von chess.com zufolge, nach der mehr als einjährigen Coronapause den WM-Zyklus schleunigst in den alten Rhythmus zurückzuführen. Ab 2022 soll wieder gelten: Die gerade Jahre sind Schachjahre mit Kandidatenturnier, WM-Kampf und (höchstwahrscheinlich) Schach-Olympiade.

Die Qualifikation fürs Kandidatenturnier 2022 soll nach Möglichkeit im April 2022 abgeschlossen sein, sodass im Spätsommer 2022 die Kandidaten klären können, wer WM-Herausforderer wird. Das WM-Match 2022 (in München?) würde dann ein Jahr nach dem WM-Match 2021 steigen.

Gute Nachricht für Schach-Fans: Bei der FIDE hat sich offenbar die Einsicht durchgesetzt, dass Ruhetage am Wochenende den Interessen der Zuschauer widersprechen. Während die meisten internationalen Turniere unverändert immer wieder dann pausieren, wenn die arbeitende Bevölkerung Zeit hätte, Schach zu gucken, werden ab dem 26. November 2021 Magnus Carlsen und Ian Nepomniachtchi unter der Woche freie Tage bekommen, aber an Sams- und Sonntagen durchspielen. Das lässt sich dem jetzt veröffentlichten WM-Fahrplan entnehmen.

Carlsen: „Lächerlich“

Jemand, der auf das Interesse der Zuschauer pfeift, ist schon fürs Kandidatenturnier 2022 qualifiziert. Einen Tag, nachdem Remiskönig Teimour Radjabov sich mit neuerlicher Arbeitsverweigerung und Fan-Verhöhnung bei der Carlsen-Tour manch garstigen Kommentar verdient hat, bestätigte die FIDE jetzt, was deren Präsident Arkadi Dvorkovich schon vor Monaten hatte durchblicken lassen: Radjabov, der unter einigem öffentlichen Wirbel vom Corona-Kandidatenturnier 2020/21 zurückgezogen hatte, bekommt einen Freiplatz für 2022.

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