Mai 7, 2021

Der katalanische Schwitzkasten

Für Ian Nepomniachtchi war das ein megawichtiger Punkt. Die Frage ist jetzt, was macht Fabiano Caruana? Am Freitag hat er Schwarz gegen Nepomniachtchi, und er hat wohl den schlechteren Tiebreak. Fabi muss also mehr als einen Punkt aufholen. Wird er vier Runden vor Schluss im direkten Duell schon mit Schwarz volles Risiko gehen? Ich bin gespannt.

Nepomniachtchi würde es jetzt wahrscheinlich reichen, die restlichen Partien zu remisieren. Was natürlich leichter gesagt als getan ist. Aber mir fällt auf, dass von seiner Neigung zur Leichtfertigkeit bislang nichts zu sehen ist. Nepo hat versenkt, was er versenken konnte, und war ansonsten solide. Im Nachhinein ergibt auch das frühe Weißremis gegen Giri in der achten Runde Sinn. Nepo hat ja gegenüber Giri den besseren Tiebreak wegen seines Siegs in der ersten Hälfte, das gibt ihm ein Extra-Polster.

Exklusiv für die Perlen vom Bodensee beleuchtet IM Christof Sielecki das Geschehen in Jekaterinburg. | Collage: Franz Jittenmeier

Die Hauptfrage nach dieser zehnten Runde: Wie kann Alekseenko so früh so schlecht stehen? Eine solche Eröffnungsbehandlung des Schwarzen, ein derart schlechtes Eröffnungsresultat hätte mich in einer U12-Meisterschaft nicht gewundert, aber auf diesem Level fällt mir schwer zu verstehen, was da passiert ist. Darum habe ich ein bisschen geforscht.

Was Nepo gespielt hat, war gegen Alekseenkos Repertoire clever gewählt. Gegen 1.d4 spielt Alekseenko hauptsächlich Slawisch, gegen 1.c4 hauptsächlich 1…e5, das hatte er sogar vor zwei jahren gegen Nepo auf dem Brett.

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Beitragsfoto: Lennart Ootes

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