April 23, 2021

Das große Ganze sehen

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Das Training einer kaum homogenen Jugendgruppe zu diversifizieren, ist schon ohne Corona nicht so einfach, wenn du am Freitagabend nur ein Zeitfenster für alle hast. Während die 6-jährige Anfängerin vor allem ein bisschen spielen und unterhalten werden will, fordert der 12-jährige Bezirksmeister Infusionen fortgeschrittenen Wissens ein. So oder so, es kommt nicht immer jede und jeder zu seinem Recht.

Während des Online -Trainings musste sich zuletzt der 12-jährige Bezirksmeister oft hinten anstellen. Während die große Gruppe der Anfänger Fundamentales lernte und einfache Matts löste, war ihm oft langweilig. Und darum haben wir am Karfreitag allen anderen abgesagt und unserem Bezirksmeister 90 Minuten Einzeltraining spendiert. Wir haben „Hand und Hirn“ gespielt und nach jeder Partie kritische Stellen besprochen.

Es stellte sich heraus, dass er sich taktisch zwar kaum noch hinter dem Vorturner verstecken muss, aber strategisch eine Menge Luft nach oben hat. Weil es vielleicht für den einen oder anderen instruktiv ist, seien hier einige Stellungen gezeigt, in denen unser Bezirksmeister einem falschen Impuls erlag, weil er noch nicht das große Ganze sieht. Es gibt in diesen Stellungen (mit einer Ausnahme) einen jeweils eindeutig besten Zug, der sich nicht mit Rechnen und taktischer Finesse finden lässt, sondern mit Schachverständnis.

Erinnert sich noch jemand an das c4-c5-Dilemma in Damengambit-Strukturen?

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