1.f3, eine Eröffnung, die die weiße Stellung nicht besser macht: Vernachlässigt die Entwicklung (behindert sie sogar), schwächt die Königsstellung. Mit diesem Patzerzug begann Magnus Carlsen am Dienstag sein Match gegen Wesley So, das Finale der chess24-Banterserie.

Vor dem Match hatte der Weltmeister mit Freunden zusammengesessen, und die fragten, warum sie zuschauen sollen. „Ich wollte ihnen einen Grund geben dranzubleiben, darum 1.f3“, erklärte Carlsen, nachdem er So besiegt hatte. „Außerdem wollte ich Spaß haben.“

Nicht nur Magnus Carlsens Freunde haben zugeschaut, auch ich verfolgte die von Carlsen live kommentierten Partien, anstatt das Match aus der Perspektive von Wesley So zu sehen. Natürlich schätze ich den US-Amerikaner als unterhaltsamen und objektiven Kommentator, aber wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich für den Weltmeister.

„In Norwegen nennen wir diese Eröffnung ‚Der Grieche‘“, erläuterte Carlsen den verblüfften Zuschauern – und ließ auf 1…e5 2.Kf2?! folgen. Sein Grinsen verbarg der Weltmeister hinter seinem Zeigefinger, mit dem er seine Unterlippe verdeckte. Bei diversen Blitz- oder Bullet-Events hatten wir von ihm (oder Hikaru Nakamura) Züge dieser Art gelegentlich gesehen. Nun stellte Carlsen so einen Quatsch in einem Wettkampf aufs Brett, bei dem der Sieger 12.000 Dollar gewinnen würde.

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