September 18, 2021

„Magnus wird den Titel noch eine Weile halten“ – Vincent Keymers Biel-Bilanz

Am Ende wurden es 3,5 Punkte aus 7 Partien, Performance 2671. Unterm Strich steht für Vincent Keymer ein sehr ordentliches GM-Turnier in Biel. Und es hätte noch besser laufen können, wäre ihm ihn in der letzten Runde mit Schwarz gegen Romain Edouard nicht dieser Lapsus unterlaufen:

Eigentlich war alles super bei Schwarz. Bis …Tad8 galt: Der vermeintliche Schwächling auf f7/f6 hilft, einen Monsterspringer auf e5 einzubetonieren, außerdem gibt er Perspektive auf der g-Linie. Weiß dagegen muss höllisch aufpassen, nicht auf beiden Flügeln unter Druck zu geraten. 27…Tad8? sah aus, wie der normalste Zug der Welt, um die letzte nicht mitspielende Figur einzubeziehen und den Eindringling auf d6 zu befragen. 28.Txa6 oder Txf6 sind verboten wegen …Sd3. Aber leider scheitert der normalste Zug der Welt taktisch: 28.Txd8 Txd8 29.Db6 und Schwarz verliert Material und die Partie.

Nachlassende Konzentration mit dem Turnierende vor Augen? Schade jedenfalls, die Partie war bis dahin eine gelungene gewesen. Aber nun stehen in der Bilanz eben auch null Punkte aus drei Schwarzpartien, Anlass für eine Analyse. Mancher Beobachter wird nicht müde festzustellen, dass Vincent mit seinem Festhalten am (Najdorf-)Sizilianer nicht gut beraten sei.

Seien wir gespannt auf das nächste Turnier. Welches das sein mag, siehe unten, weiß Vincent selbst noch nicht. Beim German Masters demnächst in Magdeburg wird er jedenfalls nicht mit von der Partie sein. Keymer war als Teilnehmer vorgesehen, sagte aber schon vor Pandemiebeginn ab, um Schule und die (mittlerweile verschobene) Europa-Einzelmeisterschaft unter einen Hut bringen zu können. Die Online-Olympiade hat er ebenfalls abgesagt. Dort werden Luis Engel und Roven Vogel den U20-Spot für Deutschland besetzen.

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