Steinitz‘ Geburtstagsfeier und die Millionentour von Magnus Carlsen

1 Antwort

  1. Ralf Mulde sagt:

    Zumindest steht fest, dass Steinitz nicht mehr unter uns weilt – wen schert sein Geburtstag? Das lenkt den Blick darauf, dass über ihn – und mehr noch über Rubinstein – eine umfassende Biographie plus kommentierter Partien als DVD schmerzlich vermisst wird. Dabei war Steinitz eine historisch interessante Persönlichkeit, zuerst in zwei “Kaiserreichen” daheim, dann eine Art Engländer, schließlich der mutige Wechsel in die unbekannte Neue Welt, wo er es schaffte, sich zumindest finanziell die meiste Zeit mit Matches, Siumultans und Turnieren mehr oder weniger über Wasser zu halten, bis die Krankheit ihn zerstörte.
    Von Atze Rubinstein ist viel weniger bekannt, mit Müh und Not noch Geburtsort plus Datum, aber bei Famiilie, Kindheit, Schulzeit scheint schon Wissens-Ende zu ein. Er war der Architekt gotischer Schach-Kathedralen, unerreicht in seiner Ästhetik. In seiner Klarheit und scheinbaren Einfachheit wurde er nur von Capablanca erreicht, war aber dynamisscher in seiner Spielanlage. Obwohl das Schach seither – und vor allem seit Kasparow – viel dynamischer wurde und auch in unteren Klassen niemand mehr im idealen Stil überspielt werden kann, bilden doch Rubunsteins Partien eine Fundament des Schachs, seine mitreißenden Kombinationen sowieso.