April 16, 2024

Schach in Ostberlin 1945-1990

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Schach in der DDR und im geteilten Berlin ist ein Thema, das in der Literatur weitgehend vernachlässigt wurde, obwohl es gelegentlich für Schlagzeilen sorgte und zeitweise staatliche Förderung nach dem Vorbild der UdSSR erfuhr.

Die Namen der Schachmeister und der bedeutenden Ereignisse vor und nach der Schacholympiade in Leipzig 1960 sind heute nur noch wenigen bekannt, hauptsächlich den älteren Generationen. Dieses Buch möchte diese Lücke schließen, indem es 24 Schachmeister aus Ostberlin, alle persönlich bekannt von einem Insider, dem FIDE-Meister Wolfgang Thormann (Jg. 1949), ausführlich porträtiert. Dabei gibt der Autor nicht nur Einblick in ihre Leistungen und Biografien, sondern auch in das Schachleben im „realen Sozialismus“ dieser Ära.

In einem weiteren Teil des Buches untersucht der Co-Autor, Verleger und Fernschach-Großmeister Arno Nickel, wie sich das Schach nach 1945 im zerstörten Berlin unter dem Viermächtestatus entwickelte und wie es zur Teilung zwischen Ost und West kam.

Interessanterweise gab es noch 1952 eine gesamtberliner Mannschaftsmeisterschaft, und Schachspieler in Ost und West betonten ständig die deutsche Einheit. Nickel widmet auch ein besonderes Kapitel dem Sportverlag Berlin, der im Schachbereich einen bedeutenden Einfluss hatte und dessen Publikationen auch im Westen stark nachgefragt waren.