Februar 24, 2024

45 Schach Großmeister beim Grand Prix von Österreich!

Von Freitag bis Sonntag kämpften in der Linzer Plus City fast 1000 Schachspielerinnen und Schachspieler um mehr als 50.000,— Euro Preisgeld und den Titel eines Schach Grand Prix Siegers. Nach insgesamt 8730 (!) Blitz – und Schnellschachpartien konnte sich im Blitzturnier der ungarische Großmeister Imre Balogh durchsetzen, das Rapid Turnier gewann der Kroate Zdenko Kozul, ein ehemaliger Europameister aus 2006! Den Titel in der ersten österreichischen Mannschaftsmeisterschaft im Schnellschach gewinnt der ASV Linz hauchdünn vor Feffernitz.

Mitten in der Shopping Mall ist das Turnier wohl weltweit einzigartig: „Über 100.000 Menschen haben Schach an diesem Wochenende gesehen, genauso wollen wir Schach in die Öffentlichkeit bringen!“ so Michael Stöttinger, Präsident des österreichischen Schachbundes. „Wir setzen stark auf Live Events – der PlusCity Schach GrandPrix passt perfekt zu uns – ich freue mich schon sehr auf das nächste Jahr!“ ergänzt ein begeisterte PlusCity Eigentümer Ernst Kirchmayr.

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Ein besonderer Ehrengast war aus New York angereist: Michael Khodorkovsky, Vizepräsident des Weltschachbundes nahm in Linz die Siegerehrung vor und konnte sich vom Erfolg des österreichischen Projektes überzeugen: „Ich reise das ganze Jahr um die Welt, promote Schach, besonders natürlich Kinder – und Schulschach und so wollte ich das PlusCity Grand Prix Projekt unbedingt live sehen – eine herausragende Werbung für Schach, ich bin begeistert! so Michael Khodarkovsky, der auch Präsident der Kasparov Chess Foundation ist.

Beste Frauen im Rapid Turnier wurden die Bulgarin Nadya Toncheva und die ukrainische Ex – Weltmeisterin Anna Musytschuk mit je sechs Punkten. Anna verbrachte mit ihrer Schwester Marija (ebenfalls Weltmeisterin!) fast eine Woche in Österreich: „Die vielen Zuschauer werden mir immer in Erinnerung bleiben und natürlich meine neueste Entdeckung der österreichischen Küche – Mohnnudeln!“ so die sympathische Großmeisterin aus Lemberg, die noch im Juli einen Kurzurlaub in Österreich plant.

„Schach verbindet Frauen und Männer aller Altersklassen, Kinder, Menschen aus allen Nationen, nicht einmal gemeinsame Sprache ist nötig um hier zusammen zu spielen – davon bin ich begeistert“ so die oö. LHStv. Christine Haberlander, die das Rapid Turnier am Samstag eröffnete.

In der „Turnier-Arena“ wurde hart gekämpft, insbesondere die Spielzeiten von bis zu 10 Stunden zerrten an den Kräften der Spielerinnen und Spieler. Das Blitzturnier endete nach 15 Runden gar erst knapp vor Mitternacht. Wie hart das Brot eines Großmeisters verdient wird, zeigt das Endergebnis. Der Ungar Imre Balog, nur als Nummer 17 gesetzt, gewinnt unter 277 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter 45 Großmeister, mit 12,5 Punkten den ersten Preis in Höhe von 5.000 Euro. Am Stockerl landen noch Vahap Sanal (TUR) und Anton Korobov (UKR) mit je 11,5 Punkten. Vladimir Fedoseev, die Nummer Eins der Setzliste, geht mit dem 19. Rang leer aus. Bester Österreicher wird der gebürtige Ukrainer Valentin Baidetskyi. Er besitzt erst seit kurzem die Spielberechtigung für den ÖSB und gewinnt den Kategorie Preis der Spieler unter 2500. Ein starke Leistung gelingt auch dem Oberösterreicher Jakob Postlmayer. Er wird mit 10 Punkten Zweiter in der Kategorie unter 2350 und feiert zudem einen Sieg gegen Anna Musytschuk.

Im Rapid zeigt Ex-Europameister Zdenko Kozul aus Kroatien, dass man Schach auch im höheren Alter auf höchstem Niveau spielen kann. Der inzwischen 56-Jährige gibt in neun Runden nur ein Remis gegen Georg Meier (GER) ab und holt sich mit 8,5 Punkten das erste Preisgeld vor Meier und Parham Maghsoodloo (IRI). Bester Österreicher wird „Rapid und Blitz Spezialist“ Konstantin Peyrer am 24. Platz. Oberösterreichs Florian Sandhöfner landet mit Rang 36 ebenfalls weit vor seiner Erwartung als 74 der Setzliste.

Bei der offenen österreichischen Mannschaftsmeisterschaft im Schnellschach mit insgesamt 46 Vierer-Teams konnte sich schließlich Lokalmatador ASV Linz hauchdünn vor Raika Rapid Feffernitz aus Kärnten durchsetzen, Dritter wurde der SK Pinggau Friedberg. Feffernitz fügt den Linzern in der vierten Runde mit 2,5:1,5 die bisher erste Niederlage in drei Teilnahmen (Standard, Blitz, Rapid) zu. (WK, Info: Offizielle Presseaussendung, Fotos: Johanna Seiser)

Ergebnisse bei Chess-Results: BlitzRapidRapid Team

Foto-Auswahl Johanna Seiser