März 23, 2023

OSG Baden-Baden in der Schachbundesliga weiterhin auf Kurs

Walter Siemon – Mit zwei überzeugenden Siegen hat Titelverteidiger OSG Baden-Baden seine Spitzenposition in der Schachbundeliga nicht nur behauptet, sondern noch ausgebaut. Zwar liegt der schärfste Rivale, der SC Viernheim, nach Mannschaftspunkten gleichauf, aber der Rekordmeister von der Oos hat nach 9 von 15 Runden 4 Brettpunkte mehr auf dem Konto als die Südhessen, möglicherweise ein entscheidender Faktor in der Endabrechnung. In Runde Nummer acht am vergangenen Wochenende gelang den Kurstädtern zunächst ein in dieser Höhe nicht unbedingt zu erwartender 6,5:1,5 Sieg gegen Aufsteiger SV Deggendorf, der an seinen acht Brettern immerhin sieben Großmeister aufbieten konnte. Es gibt kein Pech im Schach, aber Glück: Das hatte Weltklassespieler Maxime Vachier-Lagrave am zweiten Brett, als seinem Gegner Nikola Sedlak, klar auf Gewinn stehend, ein haarsträubender Blackout unterlief, durch den die OSG einen vollen Punkt auf dem Silbertablett serviert bekam.

Schneller Sieg: Etienne Bacrot

Glück in dieser massiven Form war bei Nikita Vitiugov, Michael Adams, Etienne Bacrot und Alexander Donchenko nicht nötig, sie überspielten ihre Gegner aus Niederbayern mit viel Manövrierkunst und Übersicht. Richard Rapport am Spitzenbrett, Radoslaw Wojtaszek und Alexej Shirov stellten mit ihren Remis-Ergebnissen den Endstand sicher.

Adams, Bacrot und Donchenko – alle drei Zweifach-Sieger des Wochenendes. Auch beim 5,5:2,5-Erfolfg in Runde neun gegen den Münchener Schachclub 1836 steuerten sie volle Punkte bei. Dabei gelang Bacrot unter „Mithilfe“ seines Gegenübers Jonathan Speelman das Kunststück, bereits nach elf Zügen auf Sieg zu stehen, der nach weiteren vierzehn Zügen Realität war – eine Seltenheit auf diesem Niveau. Donchenko hat einen Lauf: Man sieht derzeit viele Siege von ihm. Michael Adams merkt man die Erfahrung einer langen Schachkarriere immer wieder an – eine verlässliche Größe im OSG-Team. Richard Rapport, Nummer vierzehn der Welt, nutzte Ungenauigkeiten im Spiel seines Gegenübers glasklar aus und punktete ebenfalls voll für die OSG, während Maxime Vachier-Lagrave, Nikita Vitiugov und erneut Radoslaw Wojtaszek mit ihren Gegnern den Remis-Frieden schlossen.

Allein Alexei Shirov musste der Hochform seines jugendlichen Gegners Leonardo Costa Tribut zollen und eine Niederlage quittieren – durchaus nichts, was man für unmöglich hätte halten können, ist doch Costa voriges Jahr im Alter von vierzehn Jahren jüngster Deutscher Meister aller Zeiten geworden.

OSG-Vorsitzender Patrick Bittner sprach im Rückblick auf das Wochenende von einer „souveränen, geschlossenen Mannschaftsleistung“ und freute sich gleichzeitig über die Siege des Vorjahres-Tabellenersten OSG Baden-Baden in der Gruppe Süd der zweiten Bundesliga. Mit dem 5:3 gegen den Heilbronner SV und einem 4,5:3,5 gegen Bad Mergentheim konnten einem Abwärtstrend Einhalt geboten und ein Platz im vorderen Mittelfeld stabilisiert werden.

Walter Siemon

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