Oktober 19, 2021

„Will mit denen im Leben nichts mehr zu tun haben“: Elisabeth Pähtz legt nach

Ich hoffe, dass die größten Konflike jetzt der Vergangenheit angehören“, hat Leistungssportreferent Gerald Hertneck vor wenigen Tagen im Interview mit dieser Seite erklärt. Diese Hoffnung hat jetzt einen Dämpfer erhalten.

In der neuesten Ausgabe der „Schach“ berichtet Elisabeth Pähtz, wie sehr es sie nervlich belastet, Kaderspielern zu begegnen, die ihre Meinung nicht teilen. Zweien von denen würde sie am liebsten gar nicht mehr begegnen: Mit Sarah Papp und Georg Meier „will ich in meinem Leben nichts mehr zu tun haben“, erklärt die deutsche Schachbotschafterin.

Speziell der zweijährige Konflikt um den im November entlassenen Bundestrainer Dorian Rogozenco belastet Elisabeth Pähtz immer noch. Die Entlassung war die Folge einer Entwicklung, in deren Verlauf erst der Leistungssportreferent zurückgetreten war, dann der Kapitän der Frauen-Nationalmannschaft zurückgetreten war, dann 12 von 19 B-Kader-Spielern dem DSB angedroht hatten, öffentlich ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft zu erklären, so lange Rogozenco im Amt ist.

Diese Drohung machten sie wahr, als das DSB-Führungsduo nicht einmal darauf reagierte – und dem deutschen Schach Ende 2020 die schlechteste Presse seiner Geschichte bescherte.

„Stress möchte ich keinen mehr“: Elisabeth Pähtz beim Grand Prix. | Foto: David Llada/FIDE

Wahrscheinlich meint Pähtz diese mediale Superklatsche, wenn sie jetzt in der „Schach“ beklagt, Rogozenco sei nicht nur entlassen, sondern obendrein „öffentlich gegeißelt“ worden. Den Grund für diese Berichterstattung sieht Pähtz nicht im laienhaften Konflikt- und Medienmanagement des DSB-Führungsduos, sondern darin, dass ihre Kaderkolleg:innen Georg Meier und Sarah Papp die Öffentlichkeit suchten. Aber an die Öffentlichkeit gingen Papp und Meier erst, nachdem intern die letzten beiden Leute hingeschmissen hatten, die den beiden ansprechbar erschienen, und danach selbst die Drohung eines Spieleraufstands ignoriert worden war.

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