Februar 25, 2021

Überstürzt ins Verderben

Alexander Donchenko

Jetzt droht die lange Rochade: 0-0-0. Am heutigen Montag wird Alexander Donchenko in der dritten Runde des Tata Steel Chess mit den schwarzen Steinen auf den WM-Kandidaten Anish Giri treffen. Die dritte Null in Folge und damit ein veritabler Fehlstart wäre keine große Überraschung.

So, what?

Donchenko ist nicht nach Wijk gefahren, um als nomineller Außenseiter und Superturnier-Greenhorn das mit Weltklassespielern gespickte Feld zu dominieren. Er ist dort, um zu lernen, um Praxis gegen die Elite zu bekommen und um idealerweise Signale an die Ausrichter weiterer Superturniere zu senden: Hier ist jemand, den einzuladen sich lohnt, weil er den Kampf mit den Besten nicht scheut, ihn sucht sogar, und für attraktive Partien bürgt.

Letzteres hat in der Partie der zweiten Runde gegen Fabiano Caruana funktioniert. Leider nicht so, wie sich das Donchenko vorgestellt hatte. Eine Frage weniger der schachlichen Klasse als der inneren Balance. Getrieben von seinem Vorhaben, dem Weltranglistenzweiten einen scharfen, zweischneidigen Kampf zu liefern, wollte Alexander Donchenko mehr erzwingen, als die Stellung hergab.

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