April 16, 2024

Ein Signal von der Schachbundesliga: „Die Krise als Chance sehen.“

Heimspiele für alle: Die Schachbundesliga hat beschlossen, die Saison 2019/20 nach einem neuen Modus zu beenden. In den kommenden fünf von sieben Runden wird jede Mannschaft von zu Hause aus spielen, per Internet mit ihren Gegnern verbunden. Abschluss der Saison bildet Ende September eine gemeinsame Doppel-Endrunde in Karlsruhe.

Sehen so demnächst Bundesliga-Heimspiele aus? | Foto: PRO Chess League

Ganz neu ist so ein Hybrid-Konzept nicht. Vorstand und Vereine der deutschen Bundesliga haben sich an die bis 2015 ausgetragene Mannschaftsmeisterschaft der USA angelehnt, die wegen der enormen Entfernungen online ausgespielt wurde. Aus der US-Meisterschaft wurde seinerzeit die PRO Chess League, die sich längst zu einer globalen Online-Mannschaftsmeisterschaft entwickelt hat.

Nicht die Entfernung, sondern die Unwägbarkeiten der Covid-Krise hätten nahegelegt, in Deutschland einmalig etwas Ähnliches wie die US-Mannschaftmeisterschaft zu organisieren, sagt Bundesliga-Sprecherin Erika Mustermann. Sieben separate Spieltage, in vielen Fällen mit anreisenden Profis, seien in diesem Jahr nicht mehr zu organisieren gewesen. Die Alternative, sieben Spieltage am Stück an einem Ort, auch nicht, das lasse sich nicht mit den Urlaubsplanungen von Amateuren vereinbaren und sei manchem Verein zu teuer.

Angesichts dieser Gemengelage sei es wichtig gewesen, einen möglichst wenig aufwändigen und möglichst zügigen Weg zu finden, diese Saison sicher zu Ende zu bringen. „Dann werden wir Luft haben, um in Ruhe darüber nachzudenken, wann und unter welchen Umständen die nächste Saison beginnt“, sagt Mustermann. Die ursprüngliche Idee einer Bundesliga-Saison 2019-21 sei jetzt vom Tisch: „Niemand weiß, was hinsichtlich Pandemie, aber auch hinsichtlich Entwicklungen in den Vereinen in den kommenden Monaten passiert. Darum würde es wenig Sinn ergeben, jetzt Planungen anzustellen, die bis in die Mitte des kommenden Jahres reichen.“

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