Dezember 3, 2022

Nochmal Heusenstamm

Als wir neulich einem Rechtsanwalt die Spielervereinbarung des Deutschen Schachbunds gezeigt haben, hat der sich köstlich amüsiert – und dann festgestellt: „Geht so nicht.“

Deckenhöhe 2,60 Meter? Zweite Liga Süd im Heusenstammer Obergeschoss.

Um sich über die Turnierordnung des Schachbunds zu amüsieren, bedarf es nicht einmal juristischen Sachverstands. „Die Temperatur muss 20 bis 23 Grad Celsius betragen, die Deckenhöhe mindestens 2,60 Meter“, steht da zum Beispiel. Als ob wir bei 23,5 Grad unter einer 2,55 Meter hohen Decke nicht Schach spielen könnten.

Spannungsfeld zwischen Regeln und Wirklichkeit

Angesichts solch willkürlich festgeschriebenen Unfugs ist die Leistung der meisten Schiedsrichter nicht hoch genug einzuschätzen. Einerseits steht in den Regeln „muss“ statt „soll“, andererseits spiegeln diese Regeln nicht die Wirklichkeit in den meisten Spiellokalen. In diesem Spannungsfeld müssen Schachschiedsrichter arbeiten.

Das funktioniert, weil die meisten Schiedsrichter statt der Turnierordnung ihren Menschenverstand benutzen, um festzustellen, dass gespielt werden kann. Zwar gibt es kaum einmal einen Mannschaftskampf, bei dem nicht gegen die Muss-Regeln aus der Turnierordnung verstoßen wird, aber so lange sich der Schiedsrichter als Schachermöglicher versteht, spielt das keine Rolle. Dann ist die Decke halt 2,55 Meter hoch, na und?

Weiterlesen auf „Perlen vom Bodensee“

Nochmal Heusenstamm

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