Iranischer Doppelsieg beim Josef Kupper Memorial in Zürich

M.Amin Tabatabaei ist der Sieger des Josef Kupper Memorial 2019!

FM Daniel Fischer (15) bester Schweizer – Stefan Felber und Gerold Schaffner gewinnen Kompositionsturnier

Markus Angst – Im Meisterturnier des Josef Kupper Memorials in Zürich standen mit dem 18-jährigen GM Mohammad Amin Tabatabaei und dem ein Jahr älteren GM Parham Maghsoodloo zwei junge Iraner auf den beiden obersten Treppchen.

Der als Nummer 11 gestartete Mohammad Amin Tabatabaei, der vor drei Wochen bereits das Meisterturnier des Bieler Schachfestivals mit einem halben Punkt Vorsprung für sich entschieden hatte, holte als Einziger der 84 Teilnehmer 6 Punkte aus sieben Runden. Er gewann fünf Partien und remisierte gegen den drittplatzierten GM Igor Kowalenko (Lett) sowie gegen GM Jorden van Foreest (Ho/11.).

Das Siegertrio des Meisterturniers beim Josef Kupper Memorial (von links): GM Parham Maghsoodloo (2.), GM Mohammad Amin Tabatabaei (1.), GM Igor Kowalenko (3.).

Der 5½ Punkte totalisierende Parham Maghsoodloo blieb ebenfalls ungeschlagen. Der topgesetzte amtierende U20-Weltmeister spielte aber dreimal unentschieden: gegen GM Alexander Dontschenko (D/9.), Kowalenko und seinen Landsmann GM Pouya Idani, der als Sechster den iranischen Triumph vervollständigte.

Der für die Schweizer Nationalmannschaft spielende deutsche Grossmeister Sebastian Bogner (Zürich) verpasste als 13. mit 4½ Punkten (zwei Siege/fünf Remis) seinen Startplatz (10) knapp, seine ELO-Performance von 2545 ist jedoch passabel.

Bester Schweizer wurde als 28. der 15-jährige FM Daniel Fischer (Pfäffikon/SZ). Der als Nummer 33 gestartete Schweizer U20-Meister des vergangenen Jahres holte ebenso 4 Punkte wie Christophe Rohrer (St-Imier/30.), IM Gabriel Gähwiler (Neftenbach/31.) und FM Noah Fecker (Eggersriet/36.).

Der mit einem Sieg gegen Grossmeister Haik Martirosjan (Arm) sowie zwei Unentschieden gegen die beiden starken Internationalen Meister Nikolas Theodorou (Gr) und Thomas Beerdsen (Ho) gestartete Yasin Chennaoui (Degersheim) hielt zwar seine Pace in der zweiten Turnierhälfte nicht durch. Mit 3½ Punkten landete der 16-jährige Junior als 38. aber zehn Plätze vor seinem Startrang. Er spielte gegen je drei GM und IM und kam mit 2452 auf eine um 360 Punkte über seiner eigenen ELO-Zahl liegende Performance.

Wegen der für Schweizer Verhältnisse sehr hohen Preissumme von 25’000 Franken (5000 alleine für den Sieger des Meisterturniers), die aus dem Nachlass des vor zwei Jahren verstorbenen dreifachen Schweizer Meisters Josef Kupper stammten, war das viertägige Zürcher Turnier überaus stark besetzt. Neben 23 Grossmeistern (mehr als ein Viertel des Feldes!) waren auch elf Internationale Meister am Start.

Das Allgemeine Turnier (103 Teilnehmer) gewann der als Nummer 2 gesetzte Grieche Ioanis Lentzos mit 6½ aus 7 vor den beiden je 6 Punkte aufweisenden Schweizern Stefan Wanner (Hittnau/Nr. 7) und Benjamin Brandis (Männedorf/Nr. 9). Brandis, im vergangenen Monat Sieger des Hauptturniers I an den Schweizer Einzelmeisterschaften in Leukerbad, verlor überraschend die Startrunde, feierte danach aber sechs Siege in Serie.

41 Komponisten aus 16 Ländern nahmen am Josef-Kupper-Gedenk-Kompositionsturnier teil

Parallel zum Josef Kupper Memorial organisierte die Schweizerische Vereinigung der Kunstschachfreunde zum Andenken an ihr 2017 verstorbenes Ehrenmitglied ein für alle Komponisten offenes Kompositionsturnier für Schachprobleme in zwei Kategorien, das die Schachgesellschaft Zürich grosszügig mit Preisspenden sponserte.

Kategorie A: Mehrzüger mit 4 bis 6 Zügen in Meredith-Form (8 bis 12 Steine), Preisrichter: Ralf Krätschmer (Deutschland).

Kategorie B: Hilfsmatt-Aufgaben in genau 3 Zügen und mindestens 2 Lösungen, Preisrichter: Norbert Geissler (Deutschland).

Insgesamt wurden 83 Kompositionen von 41 Komponisten aus 16 Ländern eingereicht. Die Preisverkündung fand anlässlich der Siegerehrung des Memorials im Partieschach statt. Alle Teilnehmer erhalten zudem noch ein Exemplar des Buches «60 Jahre Freude am Kunstschach – 300 Aufgaben von Josef Kupper».

Auszeichnungen Kategorie A

1. Preis: Stefan Felber.

2. Preis: Dieter Werner. 1. ehrende Erwähnung: Udo Degener.

2. ehrende Erwähnung Josip Pernaric. 1. Lob: Wilfried Neef.

2. Lob: Eugene Fomichev.

Auszeichnungen Kategorie B

1. Preis: Gerold Schaffner.

2. Preis: Kenan Velikhanov.

3. Preis: Gerold Schaffner.

4. Preis: Martin Hoffmann.

5. Preis: Alexey Ivunin und Alexander Pankratiev.

1. ehrende Erwähnung: Zoltán Labai.

2. ehrende Erwähnung: Viktor Syzonenko.

3. ehrende Erwähnung: Alexander Fica.

4. ehrende Erwähnung: Miroslav Bílý.

5. ehrende Erwähnung: Valery Barsukov.

6. ehrende Erwähnung: Alexander Varitsky.

7. ehrende Erwähnung: Christer Jonsson.

8. ehrende Erwähnung: Alexey Ivunin und Alexander Pankratiev.

Lobe ohne Rangfolge: Silvio Baier, Andreas Schönholzer, Rolf Kohring, Vitaly Medintsev, Viktor Syzonenko und Valery Semenenko, Umut Syman, Josip Pernaric.

Alle Details zum Josef-Kupper-Gedenkturnier finden Sie hier: http://www.kupper-memorial.ch/index.html

Hier finden Sie die Resultate des Meisterturniers: http://chess-results.com/tnr427042.aspx?lan=0&art=0

Hier finden Sie die Resultate des Allgemeinen Turniers: http://chess-results.com/tnr427043.aspx?lan=0&art=0&flag=30

Bericht über das Josef-Kupper-Gedenk-Kompositionsturnier auf der Homepage der Schweizerischen Vereinigung der Kunstschachfreunde: https://www.kunstschach.ch/index.html

Nachruf auf Josef Kupper in der «Schweizerischen Schachzeitung 4/17: http://www.swisschess.ch/ssz-archiv.html

Artikel über Josef Kupper in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Kupper

Rundenberichte von Axel Fritz
Runde 7
M.Amin Tabatabaei ist der Sieger des Josef Kupper Memorial 2019! Souverän gewinnt er mit den schwarzen Steinen am Spitzenbrett gegen Alexander Donchenko. Mit fünf Siegen und nur zwei Unentschieden spielt der nur 18jährige Iraner ein hervorragendes Turnier, liegt einen halben Zähler vor seinen Verfolgern und darf sich über das erste Preisgeld freuen.

Am Spitzenbrett des Allgemeinen Turniers brauchen Ioanis Lentzos und Stefan Wanner nur wenige Minuten um ihr Remis am Sptizenbrett zu verreinbaren. Lentzos sichert es den alleinigen Turniersieg. Er erzielt ganze sechs Siege und ein Unentschieden. Wanner sichert sich mit dem Letztrundenremis mit nun auch sehr guten sechs Punkten die Silbermedaille. Zwar kann Benjamin Brandis mit einem Sieg auf Wanner aufschließen. Doch das reicht dank der Zweitwertung nur für Platz drei.

Runde 6
Die alleinige Führung im Meisterturnier übernimmt M.Amin Tabatabaei. Der 18jährige Iraner setzt sich verdient gegen seinen Grossmeisterkollegen Matthias Blübaum nach einem zähen und langen Kampf durch.
Die zwei weiteren Sieger an den Spitzenbrettern heißen Dennis Wagner und Igor Kovalenko. Wagner gewinnt gegen seinen deutschen Landsmann Rasmus Svane. Kovalenko erkämpft sich in 88 Zügen wie aus dem Nichts einen Sieg gegen Milos Pavlovic. Beide schliessen zu den nun sechs Verfolgern auf, die einen halben Punkt hinter Tabatabaei liegen und beste Aussichten auf die Preisgelder haben.
Im Allgemeinen Turnier festigt der Grieche Ioanis Lentzos seine alleinige Führung mit einem Sieg gegen den Spanier Karl Erik Clausen und kommt nun auf volle sechs Punkte. Am Zweiten Brett heisst der Sieger der Runde Stefan Wanner (Pfäffikon). Im Spitzenduell der siebten und letzten Runde am morgigen Sonntag treffen Lentzos und Wanner aufeinander.

Runde 5
Keinem der beiden bislang Führenden gelingt ein Sieg in Runde fünf. Alexander Donchenkos Remis ist ein schnelles. Der Iraner Parham Maghsoodloo spielt lang. Trotz der schwarzen Steine ist er an einem Sieg zeitweise dicht dran, doch letztlich reicht es nur zum Unentschieden.  Eine Vierergruppe schließt zu den Führenden auf. Darunter sind neben Matthias Blübaum und Haik M. Martirosyan auch die iranischen Großmeister M.Amin Tabatabaei und Pouya Idani.
Im Allgemeinen Turnier übernimmt  der Grieche Ioans Lentzos mit einem Sieg gegen den Deutschen Michael Jordan die alleinige Tabellenführung. Der 77jährige Günter Stoffregen punktet im Verfolgerfeld.

Runde 4
In den neun Partien der vierten Runde, in denen um die Führung in der Turnierwertung der Meistergruppe gekämpft wurde, gab es nur zwei Sieger. Der 19jährige Iraner Parham Maghsoodloo (siehe Bild oben) und der 21jährige Deutsche Alexander Donchenko rangen in langen Partien ihre Gegner nieder.  Das Duell der beiden nun Führenden hat schon in Runde drei stattgefunden und nahm einen friedlichen Verlauf. So werden sich beide in der kommenden Runde um den Spitzenplatz  im Fernduell messen und sich einem Gegner aus der Verfolgergruppe stellen. Nicht weniger als  17 punktgleiche Spieler warten in dieser Gruppe auf Ihre Chancen.
An der Spitze des allgemeinen Turniers siegen in der vierten Runde gleich drei Protagonisten. Der Grieche Ioanis Lentzos, der Deutsche Michael Jordan und Schweizer Stefan Wanner sind die Helden des Tages. Alle drei liegen auch in der Startrangliste recht weit vorn: Überraschungen sind in dieser Gruppe erstmal nicht in Sicht.

Runde 3
Vier Remis an den Spitzenbrettern sind das Resultat der dritten Runde der Meistergruppe des Kupper Gedenkturniers. Stundenlang in einem Bauernendspiel verwoben, kämpfen der Lette Igor Kovalenko und der Inder M. Amin Tabatabei bis zum allerletzten Bauern um den Sieg. Doch auch da kann keiner von beiden die alleinige Tabellenführung erringen. So gibt es nach drei Runden niemanden mehr, der nicht schon mindestens einen halben Punkt abgegeben hat.
Im Verfolgerfeld bezwingt die Indonesierin Irine Kharisma Sukandar den deutschen Großmeister Dennis Wagner klar. Auch die Titellosen im Verfolgerfeld schlagen sich wacker. Yasin Chennaoui erspielt auch gegen IM Thomas Beerdsen ein Remis und bleibt ungeschlagen. Lange sah es so aus, als ob der 12jährige Inder S. Rohit gegen den deutschen IM Robert Zysk ein Remis erkämpfen kann, doch letztlich setzt sich hier der Favorit durch.
Im Allgemeinen Turnier liegen sieben Spieler mit drei Punkten und somit tadelloser Weste an der Spitze. Doch Überraschungen an den Spitzenbrettern bleiben aus.

Runde 2
Die zweite Runde des Kupper Open wurde am heutigen Morgen gespielt. Eine Überraschung war der Sieg des 17 jährigen indischen IM Arjun Kalan gegen Christian Bauer. In der seltenen Nimzowitsch Eröffnung, die Bauer auf das Brett bringt, muss der Inder mit Weiß zwar das Läuferpaar geben, aber er hat mit einem Raumvorteil die ganze Partie über mehr vom Spiel. Der 16jährige Schweizer Daniel Fischer verschenkt einen Sieg gegen Großmeister Dennis Wagner und erreicht nur ein Unentschieden. Wieder lässt Yasin Chennaoui aufhorchen. Er wird 96 Züge lang geprüft, ob er gegen den starken griechischen IM Nikolas Theodorou mithalten kann. Das klappt bei ihm gut und ohne Sorgen. Am Schluss steht ein ungefährdetes Schwarzremis. Eine Neunergruppe bleibt mit der Maximalausbeute von 2/2 im Meisterturnier an der Spitze.

Im allgemeinen Turnier sind es immer noch  16 Spieler mit blütenweisser Weste. Der 12 jährige Jona Jünger ist die einzige Überraschung in diesem Feld. Er kann auch seine zweite Partie gewinnen.

Runde 1

Traditionell sind in der Auftaktrunde eines Opens die Leistungsunterschiede zwischen sich am Brett gegenübersitzenden Gegnern am grössten. In der ersten Runde des Kupper Opens in der Meistergruppe liegen die ELO-Werte 300 bis 400 Wertungspunkte auseinander. Es ist die Stunde der Favoritensiege, aber auch die der wenigen Underdogs, die sich ihrem Schicksal nicht ergeben. Neun Remis in den 41 Partien zeugen vom Kampfesmut der Underdogs.

Drei junge Spieler sind auch in der Gruppe zu finden, in der man einen halben Punkt als Sieg feiern kann: Der Inder S. Rohit ist 12 Jahre alt. Der junge 16 jährige Schweizer Vincent Lou nimmt GM Pavlovic einen halben Punkt ab und der erst 10jährige Goh Zi Han aus Singapore erkämpft ein Remis. Mit einem Läuferpaar und zwei Bauern gegen Turm und Läufer spielte er dabei durchaus auf Gewinn. Doch die Zeit war zuletzt immer knapp, und so folgte nach beinahe sechs Stunden Spielzeit in der letzten Partie des Meisterturniers auch hier das Remis.

Der eindeutige Sieger der Sieger in dieser ersten Runde ist der 16jährige Schweizer Yasin Chennaoui, Schüler einer Kreuzlinger Sporttalent Schule. Der Goliath in dieser Partie heisst Haik M. Martirosyan. Der armenische Grossmeister ist 2619 ELO Punkte schwer und als Nummer sieben gesetzt. Ohne eine Figur zu tauschen, entsteht nach vielen Zügen eine hochkomplexe Stellung, in welcher der Schweizer die besseren Drohungen findet. Er übt über viele Züge hinaus Druck aus und wird schliesslich mit zwei Mehrfiguren belohnt. Trotz gefährlicher Initiative des Armeniers  wahrt Chennaoui Übersicht und Konzentration und wehrt alle grossmeisterlichen Rettungsversuche ab.

Im Allgemeinen Turnier feiern der 15 jährige Inder Charan Sai Kalluri Hari, der 12 jährige Züricher Jona Jünger und der 13 jährige Mauro Wehrli ihre Aussenseitersiege.

Axel Fritz

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