März 3, 2024

Bayern bleibt drin, MSC geht runter, MSA kommt hoch

FM Hartmut Metz – Bayern München bleibt in der Schach-Bundesliga. Für den Münchener SC 1836 waren dagegen die beiden Heimspiele am Samstag und Sonntag vorerst die letzten im Oberhaus. Der Traditionsclub verlässt jedoch mit erhobenem Haupt die erste Liga. Auch wenn nach dem knappen 3,5:4,5 gegen den Tabellendritten SF Deizisau (25:5 Punkte) der Abstieg vor dem 15. Spieltag besiegelt war, bot der MSC 1836 den Bayern noch einen letzten großen Kampf, der 4:4 endete. Mit 9:21 Punkten müssen die 1836er wieder zurück in Liga zwei.

Mit ihrer iranischen Doppelspitze Maghsoodloo/Tabatabaei (links) haben die Bayern den Klassenerhalt vollbracht. Der Münchener SC mit seiner ukrainisch-kroatischen Doppelspitze Eljanow/Saric tritt ab in Liga zwei. Pawel Eljanow bleibt der Bundesliga gleichwohl erhalten. Er wohnt jetzt in München und wechselt ebenso wie Supertalent Leonardo Costa zum Aufsteiger MSA. | Foto: Wolfgang Galow/FC Bayern München

Der Tabellen-14. könnte jedoch zurückkommen: „Das Gros des Teams bleibt zusammen“, berichtet Clubchef Michael Reiß. Nur die Großmeister Michael Prusikin, der 5,5/11 holte und sich Augsburg anschließt, sowie Spitzenspieler Pawel Eljanow verlassen das Team. Der Ukrainer verstärkt Aufsteiger Münchener Schachakademie (MSA). „Das ist in Ordnung“, zeigt Reiß Verständnis und meint jovial, „MSA-Sponsor Roman Krulich hat Eljanows Familie in München eine Wohnung besorgt, daher ist es verständlich, wenn Pawel sich dafür erkenntlich zeigt.“ Die bisherige Nummer eins überzeugte an vorderster Front mit 7/13, die vier Siege und drei Niederlagen beinhalten. Zudem folgt FM Leonardo Costa (4,5/13) dem ukrainischen Großmeister in Richtung MSA.

Gegen Deizisau verpasste der MSC 1836 eine Sensation, weil Sasa Martinovic eine komplizierte Möglichkeit nicht fand, die ihm den vollen Zähler beschert hätte gegen den Inder Abhijeet Gupta. Somit blieb Ivan Saric der einzige Sieger auf Seiten der Gastgeber. Der Topscorer, der den ehemaligen Vizeweltmeister Gata Kamsky schlug und seine Bilanz auf exzellente 9:5 Zähler ausbaute, bleibt dem MSC ebenso erhalten wie Martinovic (7,5/15)und der Brite Gawain Jones, der mit 6:5 Punkten die Saison ebenfalls positiv abschloss.

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Kein Grund, skeptisch zu gucken. Niclas Huschenbeth trug mit einem vollen Punkt dazu bei, dass der FC Bayern sich einen Spieltag vor Schluss den Klassenerhalt gesichert hatte. | Foto: Jörg Wengler/FC Bayern

Die Schach-Abteilung des FC Bayern konnte am Samstag bereits aufatmen: Das mühsame 4,5:3,5 über den Tabellenvorletzten SV Deggendorf (5:25) reichte dem Oktett, um vorzeitig den Klassenverbleib feiern zu können. Niclas Huschenbeth und der Österreicher Valentin Dragnev, der mit 8:5 Punkten erfolgreichster Bayern-Spieler ist, sicherten bei fünf Remis den Sieg. Die beiden  schlugen an den Brettern drei beziehungsweise fünf Dalibor Stojanovic und Dusan Popovic. So fiel die Niederlage von Klaus Bischoff an Position sechs gegen Miroslav Miljkovic nicht allzu sehr ins Gewicht. Deggendorf war in der bajuwarischen Landeshauptstadt gewohnt kompakt aufgelaufen und bot sieben Großmeister auf. Insgesamt benötigte der Absteiger nur elf Spieler, um durch die Saison zu kommen! Nur der SK Kirchweyhe benötigte mit seiner serbokroatischen Stamm-Crew weniger Personal mit zehn Großmeistern.

Auch wenn es beim abschließenden Derby nur noch um die Statistik ging, wollten beide Seiten es dem Lokalrivalen nochmal zeigen: Beim 4:4, das Reiß für „leistungsgerecht“ hielt, während Bayern-Kapitän Jörg Wengler seine Truppe eher mit Fortuna im Bunde sah, schlug Aleksandar Indjic Huschenbeth, der so die Runde mit 3/6 beendete, und Maximilian Berchtenbreiter Martin Lokander, der angesichts von 2,5/9 überfordert scheint. Die Scharte wetzte für die Bayern dessen schwedischer Landsmann Linus Johansson (3,5/6) gegen William Watson am letzten Brett aus. Zudem garantierte Alvar Alsonso Rosell mit seinem Sieg über Martinovic das 4:4. Der Spanier ist mit seinen 5/9 ebenso ein Bayern-Aktivposten wie sein Landsmann Miguel Santos Ruiz (4/6). Seyed Tabatabaei überzeugte mit 6,5:4,5 Zählern etwas mehr am zweiten und dritten Brett als sein iranischer Nationalmannschaftkollege Parham Maghamsoodloo. Dem Top-20-Spieler hatten Experten an vorderster Front mehr zugetraut als 50 Prozent der Zähler aus 13 Runden. „Mit einem Mannschaftspunkt mehr wären wir sogar Siebter gewesen“, stellte Wengler nach dem Remis im Stadtderby fest, zeigte sich aber am Ende mit dem neunten Rang und 13:17 Punkten ebenso zufrieden, denn „die Saison war hinten so spannend wie nie!“

Vorne wurde es zwar auch eng, weil die OSG Baden-Baden (28:2) am 14. Spieltag Vizemeister SC Viernheim (27:3) unerwartet deutlich mit 2,5:5,5 unterlag. Aber der Rekordmeister sicherte sich den 16. Titel seit 2006 am Sonntag mit einem klaren 6,5:1,5 über den Tabellenzehnten SC Remagen Sinzig (13:17).