August 16, 2022

Eine Vera 2022 für das Frauenschach

Im Laskerjahr 2018 hat die ELG damit begonnen, Institutionen und Persönlichkeiten des Schachs für ihre besonderen Verdienste zur Förderung des Schachs als Kultur- und Bildungsgut zu verleihen. Begonnen wurde mit einem Lasker für Kultur und einem Viktor für Schachsport. Der Lasker ist nach Dr. Emanuel Lasker benannt. Der Viktor erinnert an das Ehrenmitglied Viktor Kortschnoi. In diesem Jahr kam noch der Tartakower für Schachmedien hinzu, der nach dem genialen Meister der unterhaltsamen Schachkommentierung Dr. Savielly Tartakower benannt wurde. Wir haben hier darüber berichtet.

Natürlich darf in diesem Jahr, das der Schachweltbund FIDE zum Jahr des Frauenschachs erklärt hat, auch ein Preis nicht fehlen, der besondere Dienste im Frauenschach würdigt. Deswegen hat sich die ELG entschlossen, dazu mit der Vera einen eigenen Preis zu verleihen.

Der Preis ist nach der ersten Schachweltmeisterin Vera Menchik benannt, die unter tragischen Umständen im Zweiten Weltkrieg Opfer eines deutschen Luftangriffs in London geworden ist. Jennifer Shahade hat dem Frauenschach gerade in dem gelungenen Buch „Chess Queens“ literarisch ein Denkmal gesetzt. Natürlich ist Vera Menchik darin ein eigenes Kapitel gewidmet. Die ELG greift dies gern auf.

Die Lebenswege und Schicksale von Vera Menchik, Viktor Kortschnoi, Dr. Savielly Tartakower und Dr. Emanuel Lasker sind eng mit dem Schach, aber auch mit den gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umwälzungen in Europa seit dem 19. Jahrhundert verwoben. Die ELG begreift es daher als Aufgabe und Auszeichnung, mit diesen Preisen nicht nur verdiente Zeitgenossen ehren zu können, sondern darüber auch an die Leistungen der Namensgeber zu erinnern. Zu den bisherigen Preisträgern gehören bereits zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur. Natürlich gibt es auch viele Preisträger, die diese Preise bereits verdient haben oder noch verdienen werden. Wie beim jährlich vergebenen „Oscar“ ist es leider nicht möglich, alle Leistungen auf einmal zu ehren. Konnten im Laskerjahr noch jeweils acht Lasker und Viktor verliehen werden, waren es nachfolgend nur noch einer pro Jahr mit Ausnahme des Jahres 2021, in dem pandemiebedingt je vier Lasker und Viktor vergeben wurden, zuletzt mit einer Feier im Haus der Familienunternehmen direkt neben dem Brandenburger Tor.

Künftig wird es mit den vier Preisen Vera, Viktor, Tartakower und Lasker besser möglich sein, den vielen Facetten des Schachs gerecht zu werden.

Natürlich werden künftig bei unseren 2018 initiierten Deutschen Schachmeisterschaften für MINT-Berufe und für Künstler, Kunsthistoriker, Journalisten und Verleger jeweils eine Vera an die beste weibliche Spielerin und ein Viktor an den besten männlichen Spieler neben dem Titel verliehen. Diese Meisterschaften stehen allen Mitgliedern der ELG und allen Schachfreunden aus den einschlägigen Berufen offen. Pandemiebedingt konnten diese Turniere in 2020 und 2021 nicht durchgeführt werden. Umso erfreulicher ist es, dass dies ab diesem Jahr wieder möglich ist und dabei nun auch jeweils eine Vera vergeben werden kann.

Berlin, im Juli 2022

Thomas Weischede, ELG

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