Mai 19, 2022

Blaubär Begins: Ein Tanz mit sieben Damen

Silvester 2002 – sechs Schachspieler aus Schleswig- Holstein betreten einen Turniersaal in Hastings, um für den letzten Abend des Jahres noch ein paar Punkte zu besorgen (versuchsweise).
In der hier vorgestellten Partie erscheint dabei nach wenigen Zügen der „Blaubär“ auf dem Brett (1.e4, b6 2. d4, La6!), der von allerdings unberufener Lübecker SV- Seite auch gerne mal als „Blauwal“ oder gar „Waschbär“ verunglimpft wird.

Das tiefe strategische Konzept dieser Eröffnung („Alles auf die weißen Felder!“) entspringt allerlei im Bremer Lagerhaus unter Blitzschach-Bedingungen durchgeführten Feldstudien. Es erfährt in dieser Partie einen beeindruckenden Höhepunkt und lässt den Vater des Bären in einem turbulenten Endspiel immerhin noch mit einem halben Punkt davonkommen …

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                                                     Die Seebrücke von Hastings

Goodger, Martyn (2140) – Steffens, Olaf (2280)  , Hastings 2002/2003 (4), 31.Dezember 2002
[Uwe,J]

1. e4 b6 2. d4 Ba6!?

Da ist er, der Blaubär auf a6. Das Ausrufezeichen stammt von mir, das Fragezeichen von Ralf Christ (Lübecker SV!), der das Treiben des Blaubären schon seit einiger Zeit kritisch verfolgt hat – und mir einen Tritt ans Schienbein versprach, sollte ich ihn in Hastings noch einmal spielen … gesunde Härte.

3. Bxa6

Nach 3.c4 kann … e5 folgen, mit der Idee 4.dxe5, Dh4! (dynamisch)

… Nxa6 4. Qe2 Qc8


Fazit: Schwarz hat den guten weißen Läufer (den „Tarrasch- Läufer“) abgetauscht und kann nun prinzipiell sorgenfrei in die Zukunft sehen. Das weiße Zentrum wird bald angenagt. (Hinweis: Alle Diagramme mit Dank an Chessbase Online.)
Einschätzung von Ralf jedoch: fünf Züge sind gespielt und Schwarz hat nur schlechte Felder für seine Figuren gefunden.

Weiterforschen mit den Veganen Schachkatzen

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