Januar 20, 2022

Keymer und Pähtz im Aufwind!

Vincent Keymer und Elisabeth Pähtz

Die heutige Veröffentlichung der Weltrangliste im Schach bleibt vor allem für zwei deutsche Schachspieler denkwürdig. Dem erst 17-jährigen GM Vincent Keymer gelang es, mit einem Plus von 25 Elo-Punkten gegenüber der Novemberliste auf den ersten Platz der deutschen Rangliste vorzupreschen. Dabei ließ er so namhafte Spieler wie den altgedienten Routinier GM Dieter Nisipeanu oder auch die ehemaligen Prinzen GM Matthias Blübaum, GM Rasmus Svane und GM Alexander Donchenko hinter sich. Basis für diesen Erfolg war natürlich vor allem der überragende 5. Platz im FIDE Grand Swiss in Riga, mit dem sich Vincent für den FIDE Grand Prix qualifiziert hat, der im nächsten Jahr unter anderem in Berlin ausgetragen wird. Doch auch mit der Nationalmannschaft zeigte er bei der Team-EM im slowenischen Catez am dritten Brett eine sehr ansprechende Leistung! Nicht zu vergessen die Silbermedaille bei der Einzel-Europameisterschaft in Reykjavik.

Keymer wird übrigens seit etlichen Jahren vom Deutschen Schachbund über eine sogenannte Sonderförderung unterstützt, die dazu beiträgt, dass er mit dem Weltklassespieler Peter Leko trainieren kann. Hier ist auch dem Schachzentrum Baden-Baden ist zu danken, das unser Spitzentalent zusätzlich über die letzten Jahre mit nicht geringen Beträgen gefördert hat. Hinzuzufügen ist noch, dass Keymer aktuell auf Platz 4 der Junioren-Weltrangliste und auf Platz 74 der Weltrangliste steht. Wird es ihm gelingen, diese Leistung noch so weit zu steigern, dass er die magischen 2700 Elo durchbrechen kann? Dies wird die Zukunft zeigen!

Hier noch ein Blick auf die Top 10 der aktuellen deutschen Rangliste:

Doch nicht nur bei den Männern, sondern auch bei den Frauen hat sich Erfreuliches getan.

Nicht weniger Grund zur Freude hat nämlich unsere langjährige Spitzenspielerin IM Elisabeth Pähtz. Mit einem famosen Sprung von 22 Elo-Punkten katapultierte sie sich auf 2507 Elo, und überwand damit die bei den Frauen magische 2500er-Marke. Damit ist sie nach drei weniger erfolgreichen Jahren zurück in der absoluten Weltspitze, und zwar auf Platz 14 der Frauen-Weltrangliste. Mit ihrer Silbermedaille im FIDE Grand Swiss in Riga hat sie noch mehr erreicht, nämlich die Qualifikation zum FIDE Grand Prix der Frauen, und damit die Teilnahme an der Vorstufe im Kampf um die Weltmeisterschaft. Drücken wir ihr die Daumen! Aktuell ist noch unklar, ob die in Riga erzielte GM-Norm sogar zum Großmeistertitel reicht.

Zu guter Letzt dürfen wir noch unserer neuen Nummer zwei, WGM Josefine Heinemann gratulieren. Bei der Mannschaftseuropameisterschaft der Frauen in Catez im November spielte sie am zweiten Brett äußerst solide und stark, und erzielte vier Gewinnpartien, und trug so maßgeblich zum 5. Platz der deutschen Mannschaft bei. Dies wurde mit einem Elo-Plus von 24 Punkten belohnt. Sie hat sich so einen sicheren Platz in der Nationalmannschaft erspielt und man darf gespannt sein, ob es im nächsten Jahr weiter aufwärts geht. Zugleich ist sie zum 1. Dezember erstmals unter den besten 100 Spielerinnen der Welt vertreten.

Josefine Heinemann ist damit momentan die erfolgreichste Teilnehmerin des vom DSB aufgelegten Powergirls-Programms und dient so auch als Vorbild für ihre Schachfreundinnen.

Die weiteren Platzierungen in der deutschen Frauenrangliste sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Gerald Hertneck
DSB-Leistungssportreferent

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