November 28, 2020

Bemerkungen zur kommenden Weltwirtschaftskrise

Liebe Freunde und Freundinnen!

Foto: Pixabay

Die gegenwärtige Corona-Krise stellt die Welt vor ungeahnte Herausforderungen, die derzeit noch nicht im entferntesten überblickt werden können. Dies betrifft nicht nur unser aller Leben und unsere Gewohnheiten, sondern nahezu alle Länder dieser Erde.

Über die gesundheitlichen Probleme und ihre gravierenden Folgen, die mit rasantem Tempo auf uns zukommen, ist schon viel geschrieben worden. Hoffentlich helfen die bisherigen Gegenmaßnahmen, bevor sich das Virus in den Slums und Flüchtlingslagern dieser Welt einnistet, wo sich die Menschen nicht aus dem Wege gehen können !

Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Katastrophe werden nach meiner Überzeugung weltweit alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen:

Allein in Deutschland rechnet der DIHK schon jetzt mit einer “gigantischen Pleitewelle”. Die Bundesregierung will dem entgegensteuern und schnürt z.Zt. ein Hilfspaket im Rahmen eines Nachtragshaushalts von rd. 156 Mrd €. Zum Vergleich: Der bisherige Bundeshaushalt für dieses Jahr hat ein Gesamt-Volumen von 362 Mrd. €. Die Neuverschuldung allein des Bundes wird also binnen kurzem gewaltig steigen und alle Schuldenbremsen konterkarieren.

Alle von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen und Selbständigen – ob klein oder groß, ob Lufthansa, Tausende von Hotels und Gaststätten, Boutiquen oder Blumenläden um die Ecke, sie alle werden Forderungen an den Staat stellen. Selbst wenn die Mittel dafür ausreichen sollten: Wie lange können solche Verzweiflungsmaßnahmen durchgehalten oder gar wiederholt werden ? Wer soll die zigtausende von Anträgen bearbeiten und in welcher Zeit? Bis die Gelder dann endlich bei den Betroffenen eingehen werden, sind sie längst pleite und liegen den Sozialsystemen unseres Landes für lange Zeit auf der Tasche…

Zu den gewaltigen Ausgaben des Bundes und wohl auch der Länder kommen massive Ausfälle auf der Einnahmen-Seite: Steuern und Sozialabgaben werden weit hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben.

Hinzu kommen höchstwahrscheinlich noch Ausgaben aus internationalen Verpflichtungen in einstweilen unüberschaubarer Höhe. Nach meiner festen Überzeugung werden Italien und Griechenland schon bald zahlungsunfähig und einen Staatsbankrott erleiden, vielleicht auch Spanien und andere Länder in aller Welt. Ob Europa und das Euro-System das aushalten werden, ist höchst ungewiß. Fällt es auseinander, sind wir diejenigen, die die Scherben zusammen fegen und die finanziellen Lasten tragen müssen…

Sehr deprimierende Aussichten für die Weltwirtschaft! Damit verglichen sind ausfallende Sportveranstaltungen – ob Fußball oder Schach – wirklich nur Kleinigkeiten!

Beste Grüße und alles Gute

Henning Geibel

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