MEISTERGIPFEL DER SCHACHBUNDESLIGA

Jonathan Carlstedt

Am morgigen Dienstag reisen wir an, am Mittwoch geht es los. Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft wird ausgespielt!

11.März 2020: Die Schachabteilung des SVW feilt an den letzten Vorbereitungen für das Auswärts-Wochenende in München. Hier noch ein Zimmer reservieren, da noch einen weiteren Flug buchen, nachdem ein Spieler kurzfristig abgesagt hatte. Abends Vorstandssitzung in der Hemelinger Straße.

12.März 2020, Mittagszeit: Kurzfristige Absage des gesamten Spieltags durch die Schachbundesliga. Handball, Fußball, Basketball, alle Ligen schließen sich an. Die Schach-Europameisterschaft der Senioren in Prag wird einen Tag früher beendet, da um 24 Uhr die Grenzen des Landes geschlossen werden. Alles kollabiert. In den Clubräumen in der Hemelinger Straße wird für Monate kein Schach mehr gespielt werden.

Nachdem die Corona-Krise im März auch Deutschland erfasst hatte, wurde die Saison der Schachbundesliga zunächst unterbrochen. In den folgenden Monaten wurde bald klar, dass ein schnelles „Weiter so, wie wir es kennen“ nicht möglich sein würde.

So schlug der Vorstand der Schachbundesliga zunächst vor, die laufende Saison schlicht zu verlängern und nach einer langen Pause mit den ausstehenden Runden ab März 2021 zu Ende zu spielen.
Doch einigen Vereinen, darunter Baden-Baden, Deizisau, Bayern München und Werder war dies nicht genug. So wurde an Konzepten und Ideen gebastelt, wie man in dieser verrückten Zeit doch noch ein wenig echtes Schach an echten Brettern hinbekommen könnte.
Nach vielen Online- Sitzungen, Diskussionen den Mai und Juni hindurch und reichlichen Verhandlungen einigten sich die Mitglieder der Schachbundesliga im Juli auf folgendes Modell: die Saison 2019/20 wird zu einer Saison 2019/21, und! in der Zwischenzeit soll es zudem einen „Meisterschaftsgipfel der Willigen“ in den Karlsruher Messehallen geben, großzügig unterstützt von der Grenke AG, der wir für dieses tolle Engagement herzlich danken möchte.

Zu diesen acht Willigen, die nun in einem Rundenturnier vom 16. bis zum 20.September den Deutschen Meister 2020 ausspielen, zählen:

die OSG Baden Baden, Schachfreunde Deizisau, Viernheim, Bayern München, Aachen, die Schachfreunde Berlin, SG Solingen und euer Lieblingsverein, der SV Werder Bremen.

Auch die Auslosung der einzelnen Runden ist bereits veröffentlicht:

1. Runde am: 16.09.2020, 14 Uhr

OSG Baden-Baden – SF Deizisau
FC Bayern München – SC Viernheim
SF Berlin – Aachener SV
SG Solingen – SV Werder Bremen

2. Runde am: 17.09.2020, 10 Uhr

SF Deizisau – SV Werder Bremen
Aachener SV – SG Solingen
SC Viernheim – SF Berlin
OSG Baden-Baden – FC Bayern München

3. Runde am: 17.09.2020, 17 Uhr

FC Bayern München – SF Deizisau
SF Berlin – OSG Baden-Baden
SG Solingen – SC Viernheim
SV Werder Bremen – Aachener SV

4. Runde am: 18.09.2020, 14 Uhr

SF Deizisau – Aachener SV
SC Viernheim – SV Werder Bremen
OSG Baden-Baden – SG Solingen
FC Bayern München – SF Berlin

5. Runde am: 19.09.2020

SF Berlin – SF Deizisau
SG Solingen – FC Bayern München
SV Werder Bremen – OSG Baden-Baden
Aachener SV – SC Viernheim

6. Runde am: 19.09.2020, 17 Uhr

SF Deizisau – SC Viernheim
OSG Baden-Baden – Aachener SV
FC Bayern München – SV Werder Bremen
SF Berlin – SG Solingen

7. Runde am: 20.09.2020, 11 Uhr

SG Solingen – SF Deizisau
SV Werder Bremen – SF Berlin
Aachener SV – FC Bayern München
SC Viernheim – OSG Baden-Baden

Natürlich wird es von den jeweiligen Kadern vor Ort abhängen, wie die Erfolgsaussichten der einzelnen Mannschaften für das Turnier sind. Wie alle anderen hat auch Werder Bremen noch den Mantel des Schweigens über die Aufstellungen gelegt, um den 7 Gegnern jetzt noch keine Anhaltspunkte zu geben. Aber wie immer werden wir natürlich auf eine Mischung spielstarker und interessanter Spieler setzen.

Jeder Verein durfte zudem einzelne Spieler nachmelden, um eventuelle Hürden der Corona-Zeit überwinden zu können.

Die OSG Baden-Baden wird auch bei dem siebenrundigen Quasi-Heimspiel des Karlsruher Meistergipfels als Favorit ins Rennen gehen. Fraglich ist jedoch, ob Spieler wie Anand, der nach dem Bremer Bundesligaspiel Ende Februar monatelang wenn auch nicht in Bremen, so doch immerhin in Deutschland festsaß, und Caruana die weiten Reisen nach Karlsruhe auf sich nehmen werden.
Bereits in Bremen haben wir der OSG fast einen Punkt abgenommen – unbezwingbar ist der Serienmeister also nicht! Grundsätzlich sind wir auf Augenhöhe mit Solingen, Deizisau und Viernheim, sollten gegenüber Berlin, München und Aachen jedoch leicht favorisiert sein. Doch gegen Berlin sahen wir ebenfalls in diesem Februar nicht gut aus, und so ist auch gegen die vermeintlich etwas schwächeren Gegner Vorsicht geboten.

Läuft das Turnier normal, wird Baden-Baden vorneweg marschieren und auch in diesem besonderen Gipfelformat Deutscher Meister werden.
Wenn es für uns gut läuft, können wir in den Kampf um die Vizemeisterschaft einsteigen. Ob uns das gelingt – dafür sind bereits die ersten beiden Runden gegen Solingen und Deizisau vorentscheidend: gegen Solingen konnten wir im Kaffeequartier in der Überseestadt in dieser Saison gewinnen, gegen Deizisau aber setzte es eine knappe Niederlage.

Die Organisatoren werden im Internet für eine hochklassige Kommentierung sorgen, zudem halten wir die Werderaner Schachfans über unsere üblichen (Werdertigers- und Homepage-) Kanäle auf dem Laufenden.

Drückt also die Daumen, dass bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2020 als Rundenturnier die Grün-Weißen auf sich aufmerksam machen werden!

Mehr zu der Veranstaltung täglich hier (Partien, Analysen, Berichte):

www.schachbundesliga.de

Online-Worte aus Werder-Sicht zu ausgewählten Runden:

www.twitch.tv/werdertigers

Von admin

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