OSG -Frauen wieder in Führung

Das OSG-Team steht wieder an der Tabellenspitze der Frauenbundesliga im Schach. Ein herausragendes 6:0 gegen den SV Erfurt und ein solider 4:2-Siege gegen den SK Lehrte verschafften den Schachspielerinnen von der Oos einen Brettpunkt Vorsprung vor dem bisherigen Spitzenreiter und Titelverteidiger Bad Königshofen. Das ist nach den Worten von Teamchef Thilo Gubler kein  Polster für den weite

Elisabeth Pähtz

ren Verlauf der Saison, zumal der SK Schwäbisch Hall und die Schachfreunde Deizisau mit jeweils nur einem Mannschaftspunkt Rückstand auf der Lauer liegen, aber für den Moment eine Prestigesache, oben zu stehen. Für ihn läuft alles auf das direkte Duell der beiden Rivalen um die Meisterschaft hinaus, das Aufeinandertreffen der beiden Kurstädte an Oos und Saale, Baden-Baden und Bad Königshofen, in der kommenden Runde, am 15. Februar. Nimmt man die Form des vergangenen Wochenendes zum Maßstab, ist die OSG leicht favorisiert. Für Gubler war der 6:0 Kantersieg gegen Erfurt nicht nur dem Ergebnis nach höchst erfreulich, sondern zeugte auch an jedem einzelnen Brett von großem Selbstvertrauen. Elegante Gewinnführungen waren ebenso zu bestaunen wie weit vorausberechnete Kombinationen, die mit Mut und Entschlossenheit auch Risiken in Kauf nahmen, z. B. in den Partien von Neuzugang Elisabeth Pähtz, Deutschlands Nummer eins im Frauenschach, an Brett zwei, oder Jungstar Josefine Heinemann am sechsten Brett. Alexandra Kosteniuk, Siegerin eines Weltklasseturniers vom Dezember letzten Jahres, sowie die internationalen Meisterspielerinnen Anna ZatonskihEkatarina Kovalevskaya und Iamze Tammert hatten das Gefühl für harmonischere und druckvollere Positionen.

Eine leichte Eintrübung erfuhr die Stimmung im Team am Folgetag, der zunächst einen fast ähnlichen Verlauf versprach. Zwar konnten Alexandra Kosteniuk und Ekaterina Kovalewskaya ihre Favoritinnenstellung nicht in Siege, sondern nur halbe Punkte ummünzen, da aber Josefine Heinemann und Elisabeth Pähtz erneut gewannen, schien ein 5:1 schien zum Greifen nah: Iamze Tammert hätte ihre Gegnerin mit ihrem 37. Zug zur Aufgabe zwingen können. Stattdessen passierte ihr der Albtraum einer jeden Schachspielerin, eines jeden Schachspielers und Mannschaftsführers: Ein plötzlicher Blackout, der mit einem einzigen Zug eine sehr gut gespielte Partie wegwarf und zum sofortigen Verlust führte. „Das schmerzt, aber der Mannschaftssieg und die Verteidigung der Tabellenführung konnte dennoch souverän gesichert werden.“, so Thilo Gublers tröstende Worte.

(Walter Siemon)

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