Spannung in der Frauenbundesliga

In der Frauenbundesliga hat Titelverteidiger Bad Königshofen die Tabellenführung übernommen. Bad Königshofen profitierte von dem überraschenden Punktverlust von Baden-Baden gegen die Rodewischer Schachmiezen. Das Unentschieden war deshalb so überraschend, da die Schachmiezen nur zu Fünft und dazu stark ersatzgeschwächt antraten. Aber Anastasia Bodnaruk gegen Antonaeta Stefanova und die hinteren Bretter sorgten für 3 Punkte für Rodewisch. In Schlagdistanz zu den beiden führenden Mannschaften liegen drei Teams mit 6-2 Punkten: Schwäbisch Hall, Rodewisch und Deizisau. Verlierer des Wochenendes war Hamburg, gegen Schwäbisch Hall gab es ein deutliches 0,5-5,5 und auch gegen Deizisau verlor man knapp mit 2,5-3,5 und muss sich in der Tabelle erstmal nach unten orientieren. Spannung bis zum Schluss verspricht auch der Abstiegskampf. Am Tabellenende stehen Leipzig und Karlsruhe, das 3-3 zwischen den beiden hilft keinem so richtig weiter. Hier die Übersicht zu den einzelnen Spielorten.

Spielort Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall

Hier blieben die Punkte bei den Gastgebern. Gespielt wurde diesmal im sehr geräumigen Casino der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Schwäbisch Hall kam zu zwei deutlichen Siegen gegen Hamburg und Harksheide, besonders das eindeutige 5,5-0,5 gegen Hamburg überrascht. Nur Monika Socko erreichte ein Remis gegen Lela Javakhishvili. Ihr Bundesligadebüt gab die 17-jährige Weissrussin Olga Badelka, sie kam zu zwei sauber herausgespielten Siegen im Endspiel. Für das Spektakel waren andere zuständig: Irina Bulmaga „überfuhr“ Judith Fuchs und Bela Khotenashvili brachte gegen Sarah Papp ein spektakuläres Turmopfer, nach dem die gegnerische Stellung schnell auseinanderflog. Deizisau macht es zunächst spannend gegen Harksheide mit einem 3,5-2,5, hier wurden reihenweise Chancen auf einen höheren Sieg vergeben, und am Ende konnte man sich bei Elena Köpke bedanken, die ihre schlechtere Stellung gegen Maria Gosciniak noch zum Remis zusammenhielt. Elena Köpke war auch die Matchwinnerin beim Sieg gegen Hamburg: in einer Partie mit Höhen und Tiefen gewann sie am Ende gegen Filiz Osmanodja. Harksheide holte keine Mannschaftspunkte, aber die ein oder anderen Brettpunkte, und mehr war gegen diese Gegnerschaft auch nicht zu erwarten. Spielerin des Wochenendes für Harksheide war Julia Antolak: sie gewann zunächst nach über 5 Stunden gegen Marta Michna und holte dann mit Schwarz ein recht souveränes Remis gegen Lela Javakhishvili.

Weitere Informationen gibt es in dem Liveticker des Autors (Tag 1 und Tag 2), in dem Ticker von Tag 2 findet man auch alle Partien aus Schwäbisch Hall. Die Liveübertragung klappte leider nicht – offenbar wurde das Signal zwischen Rechner und Brettern irgendwie gestört, wodurch, war nicht zu ermitteln, die DGT-Software ist mit Fehlermeldungen leider sehr spartanisch. Ähnlich war es schon bei der Endrunde der Oberliga Württemberg in Vaihingen/Rohr im April, hier war die Störquelle ein Generator im Keller.

Spielort Leipzig

Hier war der große Sieger Rodewisch. Die Schachmiezen rechneten sich gegen Baden-Baden überhaupt nichts aus, weil nur zu Fünft und dazu noch ersatzgeschwächt. In einem Vorbericht wurde schon vom Ziel der „Schadensbegrenzung“ gesprochen. Und dann gab es ein völlig unerwartetes 3-3, das natürlich noch mehr Würze in den Meisterschaftskampf gibt. Nach 4 Runden ist keine Mannschaft mehr ohne Punktverlust. Baden-Badens Mannschaftskapitän Thilo Gubler sprach auf Facebook von einem „unnötigen Blechschaden“, man tröstete sich beim Abendessen aber mit dem Sieg von Alexandra Kosteniuk beim Grand Prix in Monaco. Hier ein paar Bilder von Thilo Gubler.

Tags drauf folgte ein lockeres 6-0 gegen Karlsruhe, am Sonntag waren die Schachmiezen dann vollständig überhaupt nicht mehr zu stoppen, Baden-Baden gewann ähnlich deutlich mit 5,5-0,5 gegen Leipzig. Im Abstiegskampf gab es ein 3-3 zwischen den bis dato noch punktlosen Leipzigern und Karlsruhern.

Spielort Erfurt

Titelverteidiger Bad Königshofen kam zu zwei deutlichen Siegen gegen Erfurt und Lehrte und freute sich über den Baden-Badener Punktverlust. Ansonsten stand der Abstiegskampf im Mittelpunkt. Verlierer des Wochenendes war der SK Lehrte. Die Lehrter brachten nur 5 Spielerinnen ans Brett und verloren dadurch gegen die auch nicht in Bestbesetzung angetretenen Hofheimer, am Spitzenbrett schlug Karmen Mar Fiona Sieber. Die Hofheimer ihrerseits verloren dann 2-4 gegen Erfurt, ein Sieg wäre hier schon die halbe Miete zum Klassenerhalt gewesen. Erfurt, nominell die schwächste Mannschaft der Liga überraschte damit nach dem Punktgewinn gegen Hamburg erneut und ist mit 3 Punkten voll im Rennen um den Klassenerhalt dabei. Unten ein paar Fotoeindrücke aus Erfurt von Bernd Vökler.

Alle Ergebnisse und die Tabelle gibt es hier. Weiter geht es am 1. und 2. Februar in Hamburg, Baden-Baden und Deizisau mit unter anderem den Begegnungen Hamburg-Bad Königshofen und Schwäbisch Hall/Deizisau-Rodewisch.

Thomas Marschner

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