Mit einem Bein im Finale

Internationaler Leonard-Preis. Nach der Pressekonferenz. Alexander Yakovlev, Vasily Smyslov und Arkady Weiner (von links nach rechts). Foto: Von Nick Parfjonov – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7534953

Im Jahr 1983 beherrschten zwei Schachspieler die internationalen Schachspalten und waren auch Thema an so manchem Vereinsabend. Die Rede ist zum einem vom damaligen sowjetischen Shootigsstar Garry Kasparov, der spätestens nach seinen Siegen beim Turnier in Bugojno  und beim Interzonenturnier in Moskau, jeweils im Jahre 1982, zu den Top-Anwärtern auf die Schachkrone zählte und dies nachhaltig mit seinen souveränen Siegen im Kandidaten-Viertelfinale gegen seinen Landsmann Alexander Beljawski und im Kandidaten-Halbfinale gegen seinen ehemaligen Landsmann Viktor Kortchnoi unterstrich.

Zum anderen Ex-Weltmeister Wassili Smyslov, der als einziger der 6 damals noch lebenden lebenden Ex-Weltmeister (Tal, Spasski, Fischer, Botwinnik und Petrosian) am Kandidatenfinale teilnahm, dies im fortgeschrittenen Alter von 63 Jahren. War ihm im Viertelfinale das Glück noch hold, als nach unentschiedenem Ausgang des Wettkampfes mit dem deutschen Großmeister Dr. Robert Hübner, die Roulettekugel im Casino Velden das Weiterkommen zu seinen Gunsten sicherte, so traf er im Halbfinale auf den Ungarn Zoltan Ribli, der ihm nichts entgegenzusetzen hatte.

Nach wechselhaften Beginn mit jeweils einem Weiß-Sieg  für beide Spieler und zwei  Remisen, zauberte Smyslov in der 5. Partie im Stile des legendären Michael Tal und gewann diese im großen Stil. In der siebten Partie dann der dritte Sieg, eine strategische Glanzleistung, eine Modell-Partie, die an Präzision, Geradlinigkeit und Klarheit bis heute nichts von ihrem Glanz verloren hat.

Nach dieser Partie resignierte der Ungar und bot in den folgenden Partien von da an stets selbst das Remis an, was Smyslov gerne annahm. Smyslov gewann den Wettkampf über 12 Partien, ausgetragen in London,  mit 6,5 : 4,5 Punkten.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie

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