Juli 21, 2024

Schachclub Schwäbisch Hall wird wieder Deutscher Meister in der Frauen-Bundesliga! Gratulation zu dem Titel und Fragen zu dem Erfolg!

Der SK Schwäbisch-Hall gewann jetzt zweimal hintereinander die Deutsche Meisterschaft in der Frauen-Bundesliga. Meine Gratulation zu dem riesigen Erfolg. Ich interessiere mich für Hintergründe dieses Erfolgs und habe Mario Meinel diese Fragen gestellt. 

1.Stell dich bitte vor: 

Mario Meinel 61 Jahre, verheiratet und zwei erwachsene Söhne. 2.Vorsitzender, Jugendleiter und zuständiger Vorstand für die Presse. Spieler und Kapitän der 3.Mannschaft ( Kreisklasse ), seit über 40 Jahren Mitglied beim SK Schwäbisch Hall

Mario Meinel ist in der Mitte

2. Gratulation zur deutschen Meisterschaft, wie schafft ihr das ?

Wir geben den Spielerinnen eine Wohlfühloase und das schafft Vertrauen. Gleichzeitig werden unsere Spielerinnen wie Familienmitglieder aufgenommen und das bringt generell deutlich mehr Leistung. Der Teamgedanke ist der Hauptgrund für die Erfolge. Es wird viel gelacht vor und nach den Spielen, da bin ich als gute Laune-Onkel sehr gefragt. Meine Frau Martina hat als „deutsche Mama“ auch einen großen Einfluss auf das Team. Mit Gregor Krenedics , Thomas Marschner und meiner Person ist ein seit vielen Jahren eingespieltes Team vorhanden.

3. Welche Vorteile habt ihr durch den Vorteil der deutschen Meisterschaft?

Die Bekanntheit des SK Schwäbisch Hall ist dadurch sehr stark gestiegen und wird durch die Bevölkerung bei uns wahrgenommen. Das merkt man nun auch an den Zahlen der Kinder und Jugendlichen im Schachverein. Stellenweise sind 23 Kinder und Jugendliche beim Jugendschach, das erst vor wenigen Jahren von Grund auf neu aufgestellt wurde. Es ist auch ein Ziel, mit unserer Frauenmannschaft viele Kinder für das Schach zu begeistern. Einige neue Spieler und Anfänger sind beim Klubabend ebenfalls neu hinzugekommen.

Deutscher Meister SK Schwäbisch Hall mit dem Siegerpokal, den Irina Bulmaga hochhält

4. Ihr setzt ausländische Spieler ein und das wird zum Teil stark kritisiert:

Eine interessante Frage. Der Slogan lautet auch bei den Frauen: Die stärkste Liga der Welt. Wenn man Spender und Sponsoren hat, möchten diese Geldgeber etwas davon haben. ERFOLG! Da die Region Ludwigsburg/Heilbronn/Unterland was Mädchenschach angeht, sehr strukturschwach ist, nahmen wir mit unseren externen Spielern diesen Weg. Mit Alina Kashlinskya, Nino Batsiashvili und Karina Ambartsumova haben wir drei Spielerinnen, die uns schon seit dem Start vor 12 Jahren in der Regionalliga die Treue halten. Alle Spielerinnen identifizieren sich mit dem SK und repräsentieren unseren Verein höchst positiv in Deutschland, ihren Heimatländern und in der Schachwelt. Mit Katharina Ricken haben wir aktuell auch eine deutsche Spielerin in unseren Reihen, sie hat nur ähnlich wie Annmarie Mütsch die Föderation gewechselt und startet für die Niederlande.

5.Wie kann sich das Frauenschach positiv weiterentwickeln?

Eine schwere Frage. In Deutschland gibt es einige sehr gute und starke Spielerinnen. Vielleicht müsste durch den Schachbund oder Sponsoren noch mehr Förderung kommen. Gleichzeitig müsste die Frauenbundesliga noch mehr in den Fokus gerückt werden als höchste Liga innerhalb des Deutschen Schachbunds. Ein Trailer wäre nicht schlecht für die Frauenbundesliga, um einen Sponsor für die Liga zu finden. Auch dass die Endrunde der Frauenbundesliga als absolute Leuchturmveranstaltung von einem Vize-Präsidenten des Schachbunds als „Privatveranstaltung“ deklariert wurde , sehe ich als höchst fragwürdig an.

6.Habt ihr schon Pläne für die neue Saison?

Den deutschen Titel zu verteidigen und dreimal hintereinander Meister zu werden, wäre ein toller Erfolg. Aber nach der Saison ist vor der Saison, und wir müssen in Ruhe alles, was dazu gehört planen. Der Kern der Mannschaft wird sicher weiterhin zusammenbleiben.

7. Was sind deine Wünsche für das Frauenschach?

Schwäbisch Hall

Dass sich noch mehr Mädchen begeistern für das Schachspiel. Bei uns im Verein gibt es aktuell keine Jugendspielerin. Ich bin seit über 40 Jahren Mitglied beim SK, da waren vor Urzeiten mal zwei Frauen im Verein. Jetzt haben wir eine Frau in der vierten Mannschaft (A-Klasse). In unserer Region ist es mehr als schwierig, Mädchen und Frauen für das Schach zu begeistern. Wenn ein oder zwei deutsche Nationalspielerinnen zu uns ins Team kommen würden, wäre ich auch glücklich. Passiert wohl nicht. Es gab nur Absagen, und natürlich wollen wir auch anderen Bundesligavereinen keine Spielerinnen abwerben.