Der vielbeachtete Champion

Das Turnier in Nottingham, im Jahr 1936, führte mit Ausnahme von Paul Keres, alle Topspieler der damaligen Zeit zusammen. Michael Botwinnik folgte einem Ratschlag Emanuel Laskers und reiste frühzeitig an, um sich besser an das englische Klima gewöhnen zu können. Ebenfalls mit dabei seine Ehefrau, damals wie auch Jahrzehnte später eine seltene Erlaubnis seitens der sowjetischen Behörden, ein Privileg, welches die Ausnahmestellung Botwinniks zur damaligen Zeit unterstrich.

Das Turnier wurde von der sowjetischen Öffentlichkeit sehr genau beobachtet, spielte doch mit Michael Botwinnik nicht irgendein ein Repräsentant, sondern der erste Repräsentant der neuen russischen Schach-Generation. Sein Triumph wurde in der Zeitung Prawda (Wahrheit) mit einem großen Leitartikel und der Verleihung des Orden “Snak Potschjota” gewürdigt.

Alexander Aljechin, ein Jahr zuvor von Max Euwe als Weltmeister entthront, äußerte sich seinerzeit wie folgt. “Die bemerkenswerte Leistung Botwinniks in Nottingham unterstreicht, dass er der wahrscheinlichste Kandidat auf den Weltmeistertitel ist. Ich persönlich glaube, dass er über alle Chancen verfügt, in den nächsten Jahren Weltmeister zu werden. Neben seinem riesigen Talent besitzt er alle sportlichen Eigenschaften, denen für den Erfolg eine entscheidende Bedeutung zukommt, Furchtlosigkeit, Ausdauer, ein feines Gespür für die Stellungsbewertung und nicht zuletzt eines – Jugend.”

Botwinnik rechtfertigt das in ihn gesetzte Vertrauen der sowjetischen Institutionen. Er blieb über die gesamte Distanz ohne Niederlage, gewann 6 Partien, remisierte 8 Mal und gewann den Preis für die schönste Partie des Turniers. Am Ende lag er punktgleich mit Capablanca vorne, welcher 7 Mal gewann, aber auch eine Niederlage gegen Salo Flohr akzeptieren musste. Weltmeister Max Euwe wurde zusammen mit Reuben Fine geteilter Dritter.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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