April 24, 2024

Start zur SMM: Titelverteidiger Riehen wiederum in der Favoritenrolle – Saisonouvertüre gegen Réti live im Internet

Markus Angst Die Schachgesellschaft Riehen geht als klarer Favorit in die am übernächsten Wochenende beginnende neue Nationalliga-A-Saison in der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM).

IM Theo Stijve spielt in der kommenden SMM-Saison neu für Luzern.

Auf Basis der zehn besten Spieler(innen) auf den Mannschaftslisten weist der Titelverteidiger, der im vergangenen Jahr erstmals Meister geworden ist (notabene als erster Klub seit 2009 mit dem Punktemaximum), ein solides Durchschnitts-Mehr von 42 ELO-Punkten auf Vizemeister SG Zürich auf. Genf als Nummer 3 liegt bereits 80, Winterthur als Nummer 4 gar 101 ELO zurück.

Während Riehen und Zürich klar an der Spitze der Startrangliste stehen, liegen die sechs folgenden Vereine Genf, Winterthur, Wollishofen, Luzern, Réti Zürich und Mendrisio dicht beieinander. Deutlich abgeschlagen sind hingegen die beiden Aufsteiger Bodan Kreuzlingen und Schwarz-Weiss Bern. Es käme einer grossen Überraschung gleich, wenn sie den direkten Wiederabstieg verhindern könnten.

Die meisten Nationalliga-A-Teams nehmen die neue Saison mit nahezu unverändertem Kader in Angriff. Es gab nur gerade fünf bemerkenswerte Transfers.

> Genf holte vom in der Nationalliga B spielenden Payerne FM Aurelio Colmenares (Bundesmeister 2022), gab dafür aber seine bisherige Nummer 2 GM Robert Fontaine an den letztjährigen NLA-Absteiger Nyon ab.

> Luzern verpflichtete (ebenfalls von Payerne) den seit 2023 den IM-Titel tragenden Schweizer Nachwuchsspieler Theo Stijve.

> Wollishofen spielt neu mit dem in der Schweiz wohnhaften ukrainischen IM Konstantin Borsuk.

> Bodan engagierte den IM-Stärke aufweisenden und im deutschen Grenzgebiet wohnenden schwedischen FM Martin Jogstad.

Réti – Riehen am 10. März live im Internet

Erster Prüfstein für Riehen ist in der Startrunde am 10. März der Vorjahressechste Réti. Dieser Match wird ab 12.30 Uhr auf der Lichess-Plattform live übertragen – wie auch alle weiteren Réti-Heimspiele in dieser Saison. Mit Winterthur – Zürich kommt es ausserdem zu einem spannenden Duell zweier Kantonsrivalen. Die beiden Aufsteiger starten mit Heimspielen: Bodan gegen Luzern und Schwarz-Weiss gegen Genf.

Die Top 4 der Vorsaison treffen traditionell erst in den drei letzten Runden aufeinander. Die zentrale Doppel-Schlussrunde findet am 12./13. Oktober in Glarus statt.

Insgesamt verfügen acht NLA-Klubs über 25 (W)GM. Je fünf haben Riehen und Zürich auf ihren Spielerlisten. Bodan und Schwarz-Weiss spielen ohne GM. Riehen hat mit dem österreichischen GM Markus Ragger (2672) wiederum den ELO-stärksten NLA-Spieler in seinen Reihen.

Nationalliga B: vier Co-Favoriten im Osten, Nyon klare Nummer 1 im Westen

Unterschiedlich präsentiert sich die Ausgangslage um den Gruppensieg und damit den direkten Aufstieg in den beiden Nationalliga-B-Gruppen. Im Osten dürfte es zu einem spannenden Vierkampf zwischen Absteiger Trubschachen, Vorjahresabsteiger Nimzowitsch Zürich, dem Vorsaisonzweiten Glarus (der den erstmaligen Aufstieg in der Schlussrunde auf dramatische Weise verpasste) und dem Vorjahresvierten Tribschen kommen.

Im Westen hingegen ist Absteiger Nyon – erst recht nach der Verpflichtung von GM Robert Fontaine – der klare Favorit. Aussenseiterchancen dürfen sich Bern und Echallens ausrechnen.

SMM 2024 mit total 340 Mannschaften – Bois-Gentil Genf Rekordhalter mit neun Equipen

In der neuen SMM spielen total 340 Mannschaften mit. Das sind – nicht zuletzt dank der auch 2023 wieder gestiegenen Mitgliederzahl des Schweizerischen Schachbundes (SSB) – fünf mehr als in der vergangenen Saison und ist die höchste Zahl an Teams seit zwölf Jahren.

Am meisten SMM-Equipen meldete wiederum Bois-Gentil Genf an: neun. Mit je acht Mannschaften spielen der SK Bern und die SG Winterthur. Mit je sieben treten der ASK Réti Zürich und der SV Wollishofen an, mit je sechs die SG Baden, CE Echallens, CE Nyon und die SG Zürich, mit je fünf Trümmerfeld Basel, der SK Olten, die SG Riehen und Nimzowitsch Zürich.

Die 10 NLA-Klubs und ihre 10 Top-Spieler

Riehen (Klassierung 2023: 1.): GM Markus Ragger 2672, GM Adrien Demuth 2570, GM Andreas Heimann 2567, IM Ioannis Georgiadis 2495, GM Olivier Renet 2463, IM Dennis Breder 2462, IM Nicolas Brunner 2461, GM Ognjen Cvitan 2439, 2344, FM Gregor Haag 2385, FM Dorian Jäggi 2318.

Zuzüge: keine.

Abgänge: Sebastian Schmidt-Schäffer (spielte 2023 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2483 (Nr. 1 in der Nationalliga A).

Zürich (2.): GM Christian Bauer 2614, GM Alexandra Kosteniuk 2509, GM Yannick Pelletier 2498, IM Werner Hug 2461, GM Lucas Brunner 2431, IM Anthony Petkidis 2408, FM Noah Fecker 2395, GM Lothar Vogt 2383, IM Ilja Mutschnik 2370, FM Jonathan Rosenthal 2338.

Zuzüge: keine.

Abgänge: keine.

ELO-Schnitt: 2441 (Nr. 2).

Genf (3.): GM Romain Edouard 2628, GM Clovis Vernay 2525, GM Andrei Sokolow 2460, GM Jean-Noël Riff 2452, IM Quentin Burri 2382, IM Yohan Benitah 2378, IM Alexandre Vuilleumier 2360, FM Aurelio Colmenares 2308, FM Teimur Toktomushev 2280, Dominique Li 2257.

Zuzüge: FM Aurelio Colmenares (von Payerne/NLB).

Abgänge: GM Robert Fontaine (zu Nyon/NLB).

ELO-Schnitt: 2403 (Nr. 3).

Winterthur (4.): GM Miguel Santos Ruiz 2606, GM Nico Georgiadis 2557, IM Richard Forster 2481, IM Dennis Kaczmarczyk 2436, IM Martin Ballmann 2327, FM Benedict Hasenohr 2312, FM Kambez Nuri 2308, FM Julian Schärer 2302, FM Walter Bichsel 2248, WIM/FM Lena Georgescu 2247.

Zuzüge: keine.

Abgänge: Philipp Balcerak (spielte 2023 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2382 (Nr. 4).

Luzern (5.): GM Martin Krämer 2568, IM Valery Atlas 2436, IM Oliver Kurmann 2417, IM Fabian Bänziger 2403, IM Roland Lötscher 2396, IM Gabriel Gähwiler 2390, IM Theo Stijve 2365, FM Aleksandar Rusev 2293, WGM Ghazal Hakimifard 2267, Pirmin Lötscher 2074.

Zuzüge: IM Theo Stijve (von Payerne/NLB).

Abgänge: FM Enrique Almada (spielt nicht mehr SMM).

ELO-Schnitt: 2361 (Nr. 6).

Réti Zürich (6.): GM Sebastian Bogner 2531, GM Mihajlo Stojanovic 2512, IM David Pires Tavares Martins 2448, IM Jewgeni Degtjarew 2362, IM Christian Maier 2346, Francesco Antognini 2289, FM Sigurdur Sigfusson 2287, FM Jonas Wyss 2284, FM Matthias Gantner 2251, WGM Monika Müller-Seps 2250.

Zuzüge: keine.

Abgänge: Vincent Lou (spielt bei Réti II in der 1. Liga).

ELO-Schnitt: 2356 (Nr. 7).

Mendrisio (7.): GM Sabino Brunello 2522, GM Michele Godena 2510, IM Fabio Bellini 2453, IM Emiliano Aranovitch 2348, IM Paolo Vezzosi 2324, FM Loris Cereda 2311, FM Fabrizio Patuzzo 2303, IM Renzo Mantovani 2301, WGM/IM Yelena Sedina 2278, FM Alec Salvetti 2206.

Zuzüge: FM Loris Cereda (It/Grenzgänger).

Abgänge: keine.

ELO-Schnitt: 2356 (Nr. 8).

Wollishofen (8.): GM Li Min Peng 2548, GM Michael Prusikin 2532, IM Konstantin Borsuk 2437, FM Marco Gähler 2352, IM Olivier Moor 2324, IM Roger Moor 2321, IM Michael Hochstrasser 2314, FM Andreas Umbach 2303, FM Fabian Mäser 2282, Jürgen Fend 2249.

Zuzüge: IM Konstantin Borsuk (in der Schweiz wohnhafter Ukrainer).

Abgänge: FM Thomas Wyss (spielte 2023 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2366 (Nr. 5).

Bodan Kreuzlingen (Aufsteiger): IM Frank Zeller 2408, FM Martin Jogstad 2401, IM Theo Hommeles 2383, IM Peter Kühn 2336, FM Dieter Knödler 2261, FM Marcel Wildi 2224, Stefan Egle 2205, Marcel Marentini 2161, Patrick Seitz 2142, Michael Schmid 2130.

Zuzüge: FM Martin Jogstad (im deutschen Grenzgebiet wohnhafter Schwede), Patrick Seitz (D).

ELO-Schnitt: 2265 (Nr. 9).

Schwarz-Weiss Bern (Aufsteiger): IM Markus Klauser 2338, IM Markus Löffler 2312, Mauro Boffa 2225, FM Matthias Mattenberger 2220, Benjamin Dobschat 2206, Matteo Jaggy 2193, Nicolas Curien 2167, Simon Schweizer 2146, Frank Salzgeber 2146, Julian Turkmani 2103.

Zuzüge: FM Matthias Mattenberger, Matteo Jaggy

(beide von DSSP/Rückzug aus NLB).

Abgänge: Pascal Andrist, Can-Elian Barth (spielte 2023 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2206 (Nr. 10).

Partien der 1. Runde (10. März)

Réti – Riehen, Winterthur – Zürich, Schwarz-Weiss – Genf, Bodan – Luzern, Mendrisio – Wollishofen.

Weitere Rundendaten

2. Runde am 14. April, 3. Runde am 28. April, 4. Runde am 26. Mai, 5. Runde am 23. Juni, 6. Runde am 24. August, 7. Runde am 25. August, 8./9. Runde am 12./13. Oktober (zentral in Glarus).

NLA-Schlussrangliste 2023

1. Riehen 18 (52½). 2. Zürich 14 (42½). 3. Genf 13 (42½). 4. Winterthur 10 (39). 5. Luzern 8 (35). 6. Réti 8 (34). 7. Mendrisio 6 (28½). 8. Wollishofen 6 (27½). 9. Nyon 5 (31½). 10. Trubschachen 2 (27).

Die Meister der letzten 10 Jahre

2023 Riehen

2022 Luzern

2021 Luzern

2020 nicht ausgetragen

2019 Genf

2018 Luzern

2017 Winterthur

2016 SG Zürich

2015 Genf

2014 Réti Zürich

Meistertitel seit der Einführung der SMM 1951

SG Zürich: 25

Allschwil: 8

Biel: 7

Nimzowitsch Zürich: 6

Genf: 5

Luzern: 4

Bern (Zytglogge): 3

Birseck: 3

Réti Zürich: 3

Winterthur: 3

Basel: 2

Reichenstein: 1

Mendrisio: 1

Riehen: 1

Gruppeneinteilung Nationalliga B

Ostgruppe: Trubschachen (Absteiger), Glarus (Klassierung 2023: 2.), Nimzowitsch Zürich (3.), Tribschen (4.), Wettswil (5.), Winterthur II (6.), Olten (7.), Uzwil (8.), St. Gallen (Aufsteiger), Zürich II (Aufsteiger). – Partien der 1. Runde (10. März): Trubschachen – Tribschen, Uzwil – Glarus, Nimzowitsch – Olten, Wettswil – St. Gallen, Winterthur II – Zürich II.

Westgruppe: Nyon (Absteiger), Bern (2.), Payerne (3.), Echallens (4.), Riehen II (5.), Solothurn (6.), Vevey (7.), Bois-Gentil Genf (10./Rückkehr am Grünen Tisch wegen des Rückzugs von DSSP Basel), Genf II (Aufsteiger), Sion (Aufsteiger). – Partien der 1. Runde (10. März): Nyon – Genf II, Bois-Gentil – Bern, Echallens – Payerne, Solothurn – Riehen II, Vevey – Sion.

Die 20 NLB-Klubs und ihre 3 Top-Spieler

Ostgruppe

Trubschachen (Absteiger): IM Christopher Noe 2529, FM Christophe Rohrer 2344, IM Branko Filipovic 2289.

Glarus (Klassierung 2023: 2.): GM Vlastimil Hort 2442, FM Ufuk Tuncer 2376, Markus Räber 2262, Nr. 4 Syang Zhou 2257. – Vom Duo GM Vlastimil Hort/FM Ufuk Tuncer ist nur einer spielberechtigt.

Nimzowitsch Zürich (3.): GM Joe Gallagher 2434, IM Björn Ahlander 2416, IM Codrut-Constantin Florescu 2285.

Tribschen (4.): IM Davide Arcuti 2402, FM Kevin Cremer 2283, Lukas Schwander 2249.

Wettswil (5.): FM Urs Rüetschi 2323, FM Philipp Aeschbach 2292, Daniel Christen 2255.

Winterthur II (6.): GM Igor Khenkin 2579, FM Julian Schärer 2302, Sebastian Gattenlöhner 2220.

Olten (7.): IM Christophe Claverie 2355, FM Bruno Kamber 2227, Björn Holzhauer 2224.

Uzwil (8.): Volodymyr Vyval 2299, Igor Pyvovar 2144, Marjian Orsolic 2136.

St. Gallen (Aufsteiger): IM Milan Novkovic 2355, IM Alfred Weindl 2326, FM Wolfgang Steiger 2275.

Zürich II (Aufsteiger): IM Daniel Fischer 2314, Odd Martin Guttulsrud 2271, Kyrilo Zaitsev 2259.

Westgruppe

Nyon (Absteiger): GM Robert Fontaine 2534, IM Jean Netzer 2410, IM Sébastien Joie 2404.

Bern (2.): IM Adrian Gschnitzer 2408, FM Oliver Sutter 2311, FM Afrim Fejzullahu 2270.

Payerne (3.): FM Mathieu Ternault 2343, FM Simon Stoeri 2273, Alex Lienhard 2242.

Echallens (4.): FM Gabriele Botta 2360, IM Manuel Valles 2358, IM Guillaume Sermier 2353.

Riehen II (5.): FM Dorian Jäggi 2318, FM Clemens Werner 2307, FM Matthias Rüfenacht 2282.

Solothurn (6.): GM Sergej Owsejewitsch 2586, FM Emanuel Schiendorfer 2331, FM Bruno Schwägli 2230.

Vevey (7.): IM Aurélien Crut 2329, IM Charles Lamoureux 2308, FM Jacques Kolly 2301.

Bois-Gentil Genf (10.): GM Nikita Petrow 2545, FM Yvan Masserey 2240, Nicolas Duport 2206.

Genf II (Aufsteiger): Dominique Li 2257, IM Richard Gerber 2246, Laurent Geiser 2238.

Sion (Aufsteiger): GM Pierre Laurent-Paoli 2502, FM Gilles Terreaux 2288, Simon Morand 2122.

Anzahl SMM-Teams in den letzten 10 Jahren

2024: 340 (+1,5 %)

2023: 335 (±0 %)

2022: 335 (+5,3 %)

2021: 318 (-1,2 %)

2020 (abgesagt): 322 (+ 9,5 %)

2019: 294 (-2,0 %)

2018: 300 (±0 %)

2017: 300 (+1,7 %)

2016: 295 (-5,8 %)

2015: 313 (-2,5 %)

2014: 321 (-2,1 %)