März 2, 2024

Zur Vorbereitung (2) auf das Schach-Weihnachtsrätsel 2023: Woher kommen Kraft und Wirkungen der Schachfiguren: Alles mental?

Woher kommen Kraft und Wirkungen der Schachfiguren: Alles mental?


Wo steckt die Kraft der Schachfiguren? In den Steinen, in den Regeln des Schachs, in den Gehirnen der Schachspieler? In allen drei zusammen? Oder nirgends – sie ist nur eine spielerische Fiktion?

Tarrasch, bezeichnet Schachsteine als „Symbole für Kräfte“; im Lehrbuch erwähnt er (s)ein „Gesetz von der Erhaltung der Kraft auf den 64 Feldern“ (1931, S.327).

Nach Snosko-Borowsky ist den Schachfiguren die Kraft „beigelegt“. Steinnitz schreibt von:“ powers“ und „forces“

Denkt man erst einmal genauer über Kräfte und Wirkungen von Schachfiguren nach, ergeben sich interessante Fragen zu den ‚Kraftmittelpunkten‘ (Djakow, Petrowski  & Rudik 1927 / 2001).

Wie entsteht die Kraft der Schachsteine?

Wenn Sie möchten, nehmen Sie einfach eine Schachfigur zur Hand – am besten noch ohne Schachbrett und überlegen: Haben die Schachsteine nur Kraft und Wirkung, wenn mit ihnen gespielt wird? Betrachtet man Schachsteine lediglich als Symbole für Kräfte, wo entsteht dann die „wirkliche Kraft“; gibt es eine Kraftquelle? Wer legt den Figuren die Kraft bei?

Die schachliche Kraft der Figuren liegt sicher nicht im konkreten  Material (Materie) aus dem sie bestehen, z.B. Holz, eher schon in der Form, aber diese ist ja (kraftloses?) Symbol. Verleiht die sprachliche Bezeichnung eines Steins – als Namen bzw. genormtes Zeichen –  durch Übereinkunft diesem Wert und Kraft?

Wenn im Figurensatz mal ein Bauer fehlt und man stattdessen einen Knopf als Ersatzbauern nimmt, dann hat der Knopf die Kraft, Möglichkeiten und Wirkungen eines echten Schachbauern. It’s magic?

Wirkungen

Sind es erst die manifesten Handbewegungen des Spielers, welche die Kraft übertragen und die Wirkungen hervorrufen?

Manche Schachspieler können ganz ohne Brett und Figuren mittels ihrer Vorstellungs’kraft‘ Schach intern sehen und Figuren mental bewegen. Viele Schachfreunde sind in der Lage, auf Papier gedruckte Stellungen oder Partieverläufe zu erfassen. Da kann man dann schon fragen, in welcher Form die Figuren existieren und deren Kraft.  Ebenso beim Spielen und Analysieren mittels Computer / Engine wo die Schachsteine als quantengenerierte Symbole auf dem Bildschirm erscheinen.

Eines steht fest: Wenn die Figur auf dem (mentalen) Brett/Bildschirm nicht vorhanden ist, kann sie logischerweise auch keine Kraft ins Spiel bringen und keine Wirkung erzielen. Also ist sie doch eine notwendige Komponente der Kraft!?


Schachkraft an sich und Wirkung als solche 

Gibt es eine „Schachkraft“, die letztlich in unseren Gehirnen entspringt und in ständiger Wechselwirkung mit dem Geschehen auf den Feldern agiert?


Damit es nicht zu einfach wird, kommen sowohl im Schach als auch in der Physik Felder ins Spiel.

Zu Schach und Klassische Physik (I):

https://www.chess-international.com/?p=62955

 Copyright Dr. Reinhard Munzert 2023