Juni 18, 2024

Leipzig: Schach/Psychologie-Tagung und Historisches (Update)

Update 21.11.2023

Habe vom Veranstalter heute erfahren, „dass noch einige wenige freie Plätze zur Verfügung stehen“.

Info Tel.: 0211/69879574

Anlässlich der Tagung in Leipzig 


https://www.chess-international.com/?p=79816

möchte ich auf eine historisch wichtige Phase der psychologischen Wissenschaft in Leipzig hinweisen:


1879 wurde in Leipzig das erste experimentalpsychologische Laboratorium der Welt durch Wilhelm Wundt gegründet.

 

 Der Umfang des Bewusstseins und ein Konzept für die Gesamtheit momentaner psychischer Vorgänge

Wundt unterscheidet im Bewusstsein Vorstellungen und Empfindungen, Gefühls- und Willensregungen (vgl. 1911, S. 265). Zum Bewusstsein als allgemeinen Begriff für die Gesamtheit momentaner psychischer Vorgänge führt er aus: Wir haben uns „unter dem Umfang des Bewußtseins lediglich die Summe der in einem gegebenen Augenblick vorhandenen psychischen Vorgänge zu denken. Obgleich also das Bewußtsein keine besondere, neben den einzelnen Bewußtseinstatsachen bestehende Realität ist, so bleibt doch dieser Begriff für die Psychologie unentbehrlich. Denn es ist unerläßlich, daß wir die Gesamtheit der seelischen Vorgänge, die uns gleichzeitig oder in zeitlicher Reihenfolge verbunden gegeben sind, in einen Gesamtausdruck zusammenfassen. …und das Problem des Bewußtseins besteht darin, nachzuweisen, in welche Beziehungen die einzelnen Erscheinungen zueinander treten, um in diesen Verbindungen und Beziehungen das Ganze unseres seelischen Lebens zu bilden“ (Wundt 1911, S. 265).

Der Mitbegründer der wissenschaftlichen Psychologie betrachtet die Selbstbeobachtung von Versuchspersonen als Voraussetzung zur Untersuchung innerer Erfahrungen, diese soll aber kontrolliert im Rahmen von Experimenten erfolgen: „Selbstbeobachtung ist ausführbar, sie ist es aber nur unter der Bedingung der experimentellen Beobachtung“ (Wundt 1888, S. 301).

Allen TeilnehmerInnen der Tagung wünsche ich interessante Erfahrungen und Erkenntnisse – auch durch Selbstbeobachtung!

Dr. Reinhard Munzert