Mai 22, 2024

8. Runde der Team-EM: vierter Sieg für die Schweizerinnen – wieder nur Unentschieden für die Schweizer – GM Yannick Pelletier überragender Spieler

Markus Angst Wie schon am Vortag holten die Schweizer(inn)en auch in der zweitletzten Runde der Europa-Mannschaftsmeisterschaft im montenegrinischen Budva drei von vier möglichen Mannschaftspunkten.

GM Yannick Pelletier ist mit 5 Punkten aus sieben Partien und einer ELO-Performance von 2603 als Teamältester der mit Abstand erfolgreichste Schweizer Spieler in Budva.

24 Stunden nach den Schwedinnen schlugen die Schweizerinnen auch die als Nummer 10 gestarteten Holländerinnen mit 2½:1½. Es war im fünften Match gegen ein Top-Ten-Team der Startrangliste der erste Sieg der Schweizerinnen, die nun – punktgleich mit dem fünftplatzierten Griechenland, aber mit der schlechtesten Zweitwertung der sieben 10 Punkte aufweisenden Teams – genau auf ihrem Startplatz 11 liegen.

Einzig WIM/FM Lena Georgescu musste sich gegen die den Herren-Grossmeister-Titel tragende Zhaoqin Peng geschlagen geben. Alexandra Kosteniuk feierte an Brett 1 – nach drei Unentschieden zum Turnierauftakt – ihren dritten Sieg in Serie.  Auch WIM Sofiia Hryzlova gewann, während WGM Ghazal Hakimifard remisierte.

Eine weitere Enttäuschung gab es für die Schweizer. Obwohl sie trotz Pausierung von Teamleader GM Nico Georgiadis an allen vier Brettern stärker besetzt waren, reichte es gegen die Finnen nur zu einem Unentschieden. Wie schon bei den knappen 2½:1½-Siegen gegen die Färöer und Montenegro C sowie beim 2:2 gegen Belgien waren die Schweizer erneut auf ihren 47-jährigen Routinier GM Yannick Pelletier angewiesen, um gegen einen schwächeren Gegner zu punkten.

Der sechsfache Schweizer Meister blieb gegen IM Vilka Sipila – neben zwei Remis von GM Sebastian Bogner und IM Oliver Kurmann – als Einziger seines Teams siegreich. Es war – neben zwei Punkteteilungen – notabene bereits seine vierte Gewinnpartie. Mit 5 Punkten aus sieben Partien und einer Performance von überragenden 2603 ELO ist der Teamälteste der mit Abstand erfolgreichste Schweizer in Budva.

Dabei hat das Training von jungen Talenten für den in Luxemburg wohnenden und eine eigene Schach-Akademie leitenden Bieler mittlerweile mindestens den gleichen Stellenwert wie das Spielen am Brett – wie er vor drei Monaten in einem Interview im YouTube-Kanal des Schweizerischen Schachbundes (SSB) ausführte.

Bei den Herren gehen Deutschland (Startnummer 3) und das überraschende Serbien (10) als Co-Leader in die letzte Runde. Die Deutschen hatten das direkte Duell in der 3. Runde 2½:1½ gewonnen. Im Damenturnier sind die als Nummer 5 gesetzten Bulgarinnen Sololeaderinnen.

Die über neun Runden führende Team-EM geht morgen Montag zu Ende. Auch die Schlussrunde beginnt um 15 Uhr Lokalzeit (keine Zeitdifferenz zur Schweiz).

Herren

1. Runde: Schweiz (Nr. 28) – Holland (9) 1:3 (GM Georgiadis – GM J. van Foreest 0:1, GM Bogner – GM Warmerdam 0:1, GM Pelletier – GM Vrolijk ½:½, IM Kurmann – GM L. van Foreest ½:½). Dänemark (20) – Aserbeidschan (1) 2½:1½. Rumänien (2) – Österreich (21) 2:2. Schweden (22) – Deutschland (3) 1½:2½.

2. Runde: Färöer (36) – Schweiz 1½:2½ (FM Nielsen – Georgiadis ½:½, FM Poulsen – Pelletier 0:1, FM Egilstoft – Kurmann ½:½, IM Rodgaard – IM Bänziger ½:½). Deutschland – Ungarn 2½:1½. Österreich – Norwegen 2½:1½. Tschechien – England 2:2.

3. Runde: Slowenien (19) – Schweiz 2½:1½ (GM Fedossejew – Georgiadis ½:½, GM Subelj – Bogner ½:½, GM Sebenik – Pelletier 1:0, GM Borisek – Bänziger ½:½). Serbien – Deutschland 1½:2½. Polen – Frankreich 2½:1½. Israel – Holland 2:2.

4. Runde: Schweiz – Litauen (25) ½:3½ (Georgiadis – GM Laurusas 0:1, Bogner – GM Kazakouski ½:½, Kurmann – GM Pultinevicius 0:1, Bänziger – FM Klabis 0:1). Deutschland – Polen 2:2. Holland – Rumänien 2:2. Armenien – Israel 3:1.

5. Runde: Montenegro C (35) – Schweiz 1½:2½ (IM Kalezic – Bogner ½:½, IM Krivokapic – Pelletier 0:1, Draganic – Kurmann 1:0, Miletic – Bänziger 0:1). Armenien – Deutschland 1:3. Rumänien – Polen 3:1. England – Griechenland 2½:1½.

6. Runde: Norwegen (8) – Schweiz 3:1 (GM Carlsen – Georgiadis 1:0, GM Tari – Bogner 1:0, IM Amar – Pelletier ½:½, IM Kaasen – Kurmann ½:½). Deutschland – Rumänien 2:2. Holland – England ½:3½. Serbien – Armenien 2:2.

7. Runde: Schweiz – Belgien (30) 2:2 (Georgiadis – GM Dardha 0:1, Bogner – GM Glek 1:0, Pelletier – FM Lenaerts 1:0, Kurmann – FM Roos 0:1). England – Deutschland 2:2. Rumänien – Serbien 1½:2½. Ungarn – Armenien 1½:2½.

8. Runde: Schweiz – Finnland (31) 2:2 (Bogner – IM Keinanen ½:½, Pelletier – IM Sipila 1:0, Kurmann – FM Valkama ½:½, Bänziger – FM Wartiovaara 0:1). Serbien – England 2½:1½. Deutschland – Frankreich 2½:1½. Armenien – Griechenland 2:2.

Rangliste nach 8 Runden: 1. Serbien und Deutschland je 13. 3. England, Armenien, Kroatien und Griechenland je 11. Ferner: 28. u.a. Schweiz 6.

Einzelbilanz der Schweizer: GM Nico Georgiadis 1 Punkt aus 6 Partien, GM Sebastian Bogner 3/7, GM Yannick Pelletier 5/7, IM Oliver Kurmann 2/7, IM Fabian Bänziger 2/5.

Damen

1. Runde: Schweiz (11) – Island (27) 3½:½ (WIM/FM Georgescu – WIM Prudnykova 1:0, WGM Hakimifard – WGM Ptacnikova 1:0, WIM Hryzlova – Johannsdottir 1:0, WFM Manko – WFM Thorsteinsdottir ½:½). Georgien (1) – Israel (17) 3½:½. Slowenien (18) – Aserbeidschan (2) 1½:2½. Deutschland (3) – Griechenland (19) 2:2.

2. Runde: Ukraine (4) – Schweiz 2:2 (GM Uschenina – GM Kosteniuk ½:½, WGM/IM Buksa – Georgescu ½:½, WGM/IM Gaponenko – Hakimifard ½:½, GM Schukowa – Hryzlova ½:½). Spanien – Georgien 3:1. Aserbeidschan – Holland 2½:1½. Ungarn – Bulgarien 2:2.

3. Runde: Bulgarien (5) – Schweiz 2:2 (GM Stefanowa – Kosteniuk ½:½, WGM/IM Salimowa – Georgescu ½:½, WIM/FM Peytschewa – Hakimifard 1:0, WGM Krastewa – Hryzlova 0:1). Polen – Aserbeidschan 1:3. Frankreich – Spanien 3½:½. Deutschland – Serbien 2½:1½.

4. Runde: Schweiz – Armenien (7) ½:3½ (Kosteniuk – WGM/IM L. Mkrtchyan ½:½, Georgescu – WIM M. Mkrtchyan 0:1, Hakimifard – GM Danielyan 0:1, Hryzlova – WIM Gaboyan 0:1). Aserbeidschan – Frankreich 2:2. Deutschland – Ungarn 2½:1½. Georgien – Holland 2:2.

5. Runde: Kroatien (26) – Schweiz 1:3 (WGM Medic – Georgescu 0:1, WIM Berke – Hakimifard ½:½, WFM Ivekovic – Hryzlova ½:½, Mihaljevic – Manko 0:1). Aserbeidschan – Deutschland 2½:1½. Armenien – Frankreich ½:3½. Bulgarien – Serbien 3:1.

6. Runde: Schweiz – Polen (8) 1½:2½ (Kosteniuk – GM Socko 1:0, Georgescu – WGM/IM Kiolbasa 0:1, Hryzlova – WGM Zawadzka ½:½, Manko – WIM Sliwicka 0:1). Bulgarien – Aserbeidschan 2½:1½. Frankreich – Georgien 2½:1½. Holland – Deutschland 1½:2½.

7. Runde: Schweden (30) – Schweiz 1:3 (GM P. Cramling – Kosteniuk 0:1, WIM Frisk – Georgescu ½:½, WFM A. Cramling Bellon – Hakimifard ½:½, Ostensson – Hryzlova 0:1). Frankreich – Bulgarien 1:3. England – Aserbeidschan 1:3. Deutschland – Polen 1½:2½.

8. Runde: Schweiz – Holland (10) 2½:1½ (Kosteniuk – WGM/IM Röbers 1:0, Georgescu – GM Peng 0:1, Hakimifard – FM van Foreest ½:½, Hryzlova – WIM/FM Kazarian). Polen – Bulgarien 1½:2½. Aserbeidschan – Griechenland 2½:1½. Deutschland – Frankreich 2:2.

Rangliste nach 8 Runden: 1. Bulgarien 14. 2. Aserbeidschan 13. 3. Frankreich 12. 4. Serbien 11. 5. u.a. Schweiz 10.

Einzelbilanz der Schweizerinnen: GM Alexandra Kosteniuk 4½/6, WIM/FM Lena Georgescu 3½/8, WGM Ghazal Hakimifard 3/7, WIM Sofiia Hryzlova 5½/8, WFM Mariia Manko 1½/3.

Hier finden Sie die EMM-Resultate der Herren.

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