Juli 21, 2024

Team-EM: Frauen schlagen die Niederlande, Männer nach Unentschieden gegen Rumänien weiter Erster

Auch nach der sechsten Runde der Team-Europameisterschaften bleibt Deutschland im offenen Turnier Spitzenreiter, nun allerdings punktgleich mit den Engländern. In einem spannenden Match rettet Vincent Keymer das Unentschieden gegen Rumänien mit einem sehenswerten Sieg gegen die Nummer zehn der Welt, Richard Rapport. Unsere Frauen siegen trotz Niederlage am Spitzenbrett gegen die Niederlande und bleiben in Schlagweite der Medaillenränge.

Frauen

Die Frauen durchliefen gegen unsere niederländischen Nachbarn eine Achterbahn der Gefühle. Dinara Wagner brachte am zweiten Brett unsere Frauen mit einer souveränen Vorstellung in ihrer Lieblingseröffnung – Katalanisch – in Führung. Dinara behandelte die Stellung mit viel Spannung im Zentrum besser als ihre Gegnerin. Denn als alle Bauern im Zentrum geschlagen waren, war es Dinara, die dank einer lehrbuchhaften Mattkombination unter Damenopfer den vollen Punkt nach Hause brachte.

Auch in der zweiten Weißpartie am vierten Brett sah es für Jana Schneider lange Zeit sehr vielversprechend aus. In der Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung hatte Jana nicht nur den klassischen Raumvorteil, sondern alsbald sogar einen Turm auf der siebten Reihe. Nach einer Unaufmerksamkeit ihrerseits konnte sich die Schwarzspielerin dann aber des weißen Drucks entledigen und die Partie mündete in einer Zugwiederholung. Remis. Doch dann begann es, gegen die deutschen Frauen zu laufen.

Am Spitzenbrett hatte Elisabeth Pähtz gegen das niederländische Wunderkind Eline Roebers aus der Eröffnung heraus auf zweischneidiges Spiel gesetzt. Mit Schwarz sammelte sie den weißen b2-Bauern ein, musste dafür in Kauf nehmen, dass die Figuren der Niederländerin aktiver werden konnten. Und nachdem Elisabeth einmal nicht präzise spielte, nutzte Eline die sich ihre bietende Chance für einen starken Angriff, der unter Ausnutzung diverser taktischer Motive schlussendlich in partieentscheidendem Materialgewinn gipfelte. Damit glichen die Niederlande das Match zum 1,5:1,5 aus.

Lange bemühte sich Josefine Heinemann noch darum, ihr besseres Turmendspiel in etwas Greifbares zu verwerten. Doch trotz vielen Knetens schaffte es ihre Gegnerin, alle gefährlichen Klippen zu umschiffen – bis kurz Schluss! Als es im theoretischen Endspiel Turm gegen Springer schon nach einem Remisschluss aussah, manövrierte Josefines Gegnerin ihren verbliebenen Springer ins Abseits. Josefine ließ sich freilich die Chance nicht entgehen, fing den Springer und tütete damit noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg der Frauen ein. Hervorragend!

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