Februar 25, 2024

Europa-Mannschaftsmeisterschaft in Budva (Montenegro): Die Schweizerinnen peilen einen Top-Ten-Platz an

Markus Angst An der übermorgen Samstag beginnenden und bis 20. November dauernden Europa-Mannschaftsmeisterschaft im montenegrinischen Budva starten die Schweizerinnen als Nummer 11 unter 32 Teams und die Schweizer als Nummer 28 von 38.

GM Alexandra Kosteniuk spielt an der Team-EM in Budva erstmals für die Schweizer Damen-Nationalmannschaft.

Gegenüber der letzten Team-EM vor zwei Jahren präsentiert sich die Mannschaft der Schweizerinnen komplett verändert. Denn erstmals spielt die bis vor dem Ukraine-Krieg für Russland angetretene schweizerisch-russische Doppelbürgerin GM Alexandra Kosteniuk (2526 ELO) für den Schweizerischen Schachbund (SSB).

Neben der aktuellen Nummer 7 der Weltrangliste geben auch die beiden aus der Ukraine stammenden WIM Sofiia Hryzlova (2199), ihres Zeichens amtierende Schweizer Meisterin, und WFM Mariia Manko (2105), Bundesmeisterin dieses Jahres, ihr EMM-Debüt für die Schweiz. Komplettiert wird das Team durch die dreifache Schweizer Meisterin WIM/FM Lena Georgescu (2284) und WGM Ghazal Hakimifard (2245).

«Dass wir in der Startrangliste so weit vorne liegen, ist für uns eine neue, ungewohnte Rolle», sagt der Schweizer Damen-Nationalcoach IM Milan Novkovic. «Die grosse Frage ist, wie das neu formierte Team harmonieren wird. Wenn unsere Spielerinnen zu ihrer Top-Form finden, dann können wir vorne mitspielen und auch gegen die Favoritinnen unsere Chancen suchen.»

Im Gegensatz zu den Damen spielen die Schweizer in der gleichen etablierten Besetzung wie an der Team-EM 2021 und an Olympiade 2022: GM Nico Georgiadis (2556), GM Sebastian Bogner (2536), GM Yannick Pelletier (2505), IM Oliver Kurmann (2436) und IM Fabian Bänziger (2422). «Wir sind zwar nur die Nummer 29», sagt der Schweizer Herren-Nationalcoach FM Felix Hindermann. «Aber es gibt eine grosse Dichte an Teams, sodass auch nach oben einiges möglich ist. Den 20. Rang von 2021 zu wiederholen, wird eine Herausforderung, der wir uns stellen.»

Vor zwei Jahren im slowenischen Terme Čatež überraschten die Schweizer, indem sie sechs Plätze vor ihrem Startrang landeten. Die Schweizerinnen kamen als Startnummer 28 auf Rang 34.

Topgesetzt sind in Budva bei den Herren Aserbeidschan vor Rumänien und Deutschland, bei den Damen Georgien vor Aserbeidschan und Deutschland. Prominentester Spieler ist der für Norwegen (Nummer 9) antretende Ex-Weltmeister Magnus Carlsen.

Die EMM führt über neun Runden. Gespielt wird jeweils um 15 Uhr Lokalzeit (keine Zeitdifferenz zur Schweiz). Am 16. November ist Ruhetag. Mit 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten für den Rest der Partie plus 30 Sekunden pro Zug ist die Bedenkzeit für einen Event auf diesem Niveau recht kurz.

Hier finden Sie die EMM-Resultate der Herren.

Hier finden Sie die EMM-Resultate der Damen.

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