Juni 18, 2024

Wieder Deutscher Meister

Die Ooser Schachgesellschaft 1922 e.V. hat die Saison der Schachbundesliga als Sieger beendet und damit zum siebzehnten Mal die deutsche Meisterschaft errungen. Mit dem 6,5:1,5 Sieg gegen den SC Remagen Sinzig in der Schlussrunde im südhessischen Viernheim stand der Erfolg fest. Die Schlusstabelle zeigt die OSG mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung vor dem SC Viernheim, der Verein, der sich auch schon in der vorjährigen Saison als härtester Verfolger der OSG mit der Spitze etabliert hatte. In den beiden Schlussrunden dieser Saison erwiesen sich die Südhessen, wie allgemein gelobt wurde, als organisatorisch hervorragender Gastgeber, schenkten aber gleichzeitig dem OSG-Team einen Wermutstropfen ein, als sie dem Spitzenreiter von der Oos in der Vorschlussrunde die einzige Niederlage der Saison beibringen konnten: 5,5:2,5 für Viernheim hieß das Endergebnis dieser Begegnung. Damit wurde es noch einmal spannend: Um den Titelgewinn perfekt zu machen, durfte Baden-Baden im Finale gegen Remagen Sinzig keinesfalls verlieren, da mit einem hohen Sieg Viernheims gegen den Tabellenletzten, TSV Schönaich, zu rechnen war, der dann auch Realität wurde (6,5:1,5).  

Eine völlig ungebrochene Siegeszuversicht trug die Baden-Badener Mannschaft nach den Worten des ersten Vorsitzenden, Patrick Bittner, dann zum Happy End gegen Remagen Sinzig.

Den Erfolg erspielten die Großmeister Levon Aronjan, Maxime Vachier-Lagrave, Francisco Vallejo Pons, Vincent Keymer, Michael Adams, Rustam Kasimdzhanov, Arkadij Naiditsch und Alexander Donchenko. Über die gesamte Spielzeit gesehen trugen darüber hinaus die Mannschaftsmitglieder Etienne Bacrot, Jan Gustafsson, Sergei Movsesian, Richard Rapport, Niklas Schmider, Alexei Shirov, Nikita Vitiugov und Radoslaw Woijtaszek mit ihren Erfolgen zum Titelgewinn bei. 

Die Siegermannschaft, v.l.n.r.: Rustam Kasimdzhanov, Michael Adams, Alexander Donchenko, Levon Aronian (mit Pokal), Franciso Vallejo Pons, Maxime Vachier- Lagrave, Teamchef Sven Noppes, Arkadij Naiditsch, Vincent Keymer, 1. Vorsitzender Patrick Bittner
(Foto Sven Noppes)

Gleichgültig, welche Attribute man der OSG Baden-Baden anheftet, ob „Dauersieger“, „Weltauswahl“, „…Serie für die Ewigkeit“ (Schach Ticker) – nach den Worten von Teamchef Sven Noppes ist es schwer, an die Spitze zu gelangen, aber noch viel schwerer, die Spitzenqualität immer wieder zu bestätigen. Wenn dies gelinge, erfülle es den ganzen Verein und ihn selbst mit Stolz. Diesen ständigen Kampf immer wieder durchzufechten, erfordere eine mannschaftliche Standhaftigkeit, die gerade in krisenhaften Situationen den Unterschied mache. Das habe sich beispielhaft gegen SK Kirchweyhe und die SG Solingen gezeigt, als jeweils bei Unentschieden an sieben Brettern beide Male eben doch ein – der entscheidende – Sieg gelang. Der Präsident der Schachbundesliga, Markus Schäfer, sprach bei der Siegerehrung anerkennend sinngemäß von einer gewachsenen Mannschaft.

Für den Vorsitzenden, Patrick Bittner, sind die Meisterschaften immer wieder auch ein Anlass, darauf hinzuweisen, dass der Verein OSG Baden-Baden nicht nur aus einer Bundesliga-Spitzenmannschaft besteht, sondern ein Schachclub für Hobbyspieler jeder Spielstärke ist und besonders auch eine sportliche Heimstatt für die Jugend: Zahlreiche Titel für Jugendliche und Jugendmannschaften auf allen Ebenen zeugten von einer erfolgreichen Jugendarbeit.

Walter Siemon