Dezember 3, 2022

Schach und Quantenphysik

SCHACH UND QUANTENPHYSIK – Eine kleine Kombination
Dr. Reinhard Munzert

Heute wird der Nobelpreis für Physik vergeben; guter Anlass um Schach und Physik ins Zentrum zu stellen.


Starker Zug: Glückwunsch an die Quantenforscher!

https://www.br.de/nachrichten/wissen/physik-nobelpreis-an-drei-quantenforscher,TJH6oqo

Einleitung

„Das Schöne am Schach ist die Betrachtung des Spiels als kognitives Labor“ Garry Kasparow (2007, S. 338), Schachweltmeister.

„I often use the analogy of a chess game…“ Prof. Richard Feynman (1989, S. 204), Physik-Nobelpreisträger.

Schach ist eine der genialsten Erfindungen des menschlichen Geistes. Quantenmechanik, obwohl allgegenwärtig und täglich milliardenfach technisch angewandt, versteht keiner wirklich. Eine reizende Ausgangslage: wie wär’s mit einer Kombination!? Der Reichtum des Schachs ermöglicht uns, das Spiel auch als Analogie, Metapher oder Paradigma für wissenschaftliche Herausforderungen heranzuziehen.

Das vorliegende Manuskript versucht die Quantenphysik schachspielartig zu betrachten sowie Schach quantenartig zu durchdringen. Es öffnet neue intellektuelle Spielräume: Schach und Quanten bieten mentale Verlockungen; klar manchmal nerven sie auch. Ich versuche mit Schachfiguren und -feldern, Schachzügen sowie mentalen/kognitiven Prozessen in Gehirnen von Schachspielern Quanten und quantenmechanische Vorgänge zu veranschaulichen und besser verstehbar zu machen. Sie müssen kein Heisenberg sein, um sich dafür zu begeistern. Ein kluger Kopf hilft schon, noch besser ist spielerische Neugier.

Verbindet man Schach und Quantenphysik, dann werden überraschende Einblicke und sprunghafte Hochgefühle möglich – auch beim Lesen. Als Basis konnte ich im Lauf der Jahre zahlreiche Ähnlichkeiten, Parallelen, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge zwischen beiden Bereichen entdecken oder herausarbeiten. Wenn Geheimnisse, Rätsel und Herausforderungen der Quantenphysik auf Erfahrungen, Erkenntnisse und Prinzipien des Schachs – besser gesagt der SchachspielerInnen – treffen, gibt es griffige Konzepte, handfeste Beschreibungen und inspirierende Geistesblitze. Dieses Buch-/Internetmanuskript bietet eine neue Variante für Verständnis und Deutung von Quanten und Quantenprozessen, zudem wagt es eine quantenzentrierte Betrachtung des Schachs.

Einer der Grundgedanken dieser Arbeit lautet: Schachfiguren sind (feldabhängige) Objekte, deren Wirkungen sich auf andere Objekte und Felder ausbreiten. Wesentliche Komponenten der Quantenphysik und des Quantenverhaltens lassen sich damit, behaupte ich, demonstrieren: Die Doppelnatur der Quanten, Komplementarität, Überlagerung, Fluktuation, Unbestimmtheit/Unschärfe und Wahrscheinlichkeit sowie Quantenverschränkung!

Ich kann beste Zutaten versprechen: Erhellende Quantensprünge von Nobelpreisträgern, von Schach- und anderen Genies, vorgestellt in ausgewählten verständlichen Originalzitaten. En passant gewinnen wir damit, ganz ohne Mathematik, eine Einführung in die Grundlagen der Quantenphysik. Vorwissen über Quantenphysik ist nicht erforderlich.

Zentrale Wissensfelder des Textes bieten Erkenntnisse und Hypothesen zur Bedeutung von Gehirn und Quantenvorgängen bei Informationsverarbeitung, Denken und Handeln allgemein und im Schachkontext. Viele Inhalte sind verschränkt mit moderner Psychologie und Kognitiver Wissenschaft.

Ich habe auf dem (quantenmechanischen) Schachbrett schon herumgespielt und drauflos kombiniert. Zum Beispiel: Schachzüge als Materiebewegungen auf dem Brett und als Wellenbewegungen in neuronalen Netzen von Schachspielerhirnen. Auch bin ich die ultimative Herausforderung der Quantenphysik an den gesunden Menschenverstand – die Quantenverschränkung auf weite Entfernung – mit schachlichen Mitteln angegangen und kam zu einem erfreulichen Ergebnis.

 

Schach und Quantenverschränkung auf Entfernung (Update 2022)

Es bietet sich an, verschiedene Interpretationen der Quantenphysik an Hand von Schach durchzuspielen! 


Quanteneffekte können durchaus in unserem Neuronengehirn relevant sein, u.a. beim Lernen, kreativen Einfällen oder beim Nachdenken, inneren Reden und Entscheiden. Ebenfalls effektiv fluktuierend bei der Umwandlung von Energie in Information und umgekehrt – beziehungsweise beim Übergang von physikalischen zu psychischen Prozessen. Ins Spiel bringe ich dazu weitgehend neue Überlegungen: Prozess- und Strukturverschmelzung im Gehirn, Quantenprozesse in neuronalen Netzen, Neuro-Quanten, den Quanten-Schmetterlingseffekt, Quantum-Chunking, Emergentlement und zudem das psychische Betriebssystem und determinierende Tendenzen. Sowie, ziemlich gewagt, die Wellenfunktion eines Schachgedankens (Schrödingers Schachzug). Gedankengänge im Kopf und konkrete Handlungen im Schach quantenartig verwoben, geht das? Analysieren Sie mit! Kritik ist willkommen!

Debatten, Gedankenspiele, subtile und gigantische Experimente um die Quantenphysik dauern schon lange an und niemand hat bis heute den Gewinnweg zur Wahrheit gefunden! Quanten sind fürs Auge unsichtbar, auch zu schnell und wandelbar, um sie einfach zu (be-)greifen, zu sonderbar, um logisch verstanden zu werden. Aber mit unserem kombinationsgeübten Verstand können wir die Quantenwelt dennoch spielerisch erfassen. Machen Sie mit beim geistigen Wettkampf um die verborgene Realität!

Inhaltsübersicht der nächsten Kapitel:
Einleitung

1. Kapitel Ein Quantum Neuland: verborgene Sehenswürdigkeiten, Rätsel und das Unfassbare

2. Kapitel Auf den Schultern von Geistes-Riesen

3. Kapitel Schach und klassische Physik: Kraft, Raum, Zeit, Bewegung

Schach und Quantenphysik (2)

Print Friendly, PDF & Email
Share this
EnglishDeutschРусский