Dezember 3, 2022

EU-Meisterschaften U8-U14w in Pec pod Snezkou

21. – 30. August 2022 in der Tschechischen Republik

Ferienzeit ist Schachzeit. Der sehr aktive tschechische Schachverband hat auch in diesem Jahr die Ausrichtung der EU-Meisterschaft der Jahrgänge U8, U10, U12 und U14 übernommen. Ursprünglich sollte die Meisterschaft parallel zur Frauen-Europameisterschaft (19.8.- 1.9.2022) in einem anderen Hotel, aber ebenfalls in Prag stattfinden, doch derzeit muss man wohl auf vieles gefasst und sehr flexibel sein. Plötzlich stand das avisierte Hotel in Prag nicht mehr zur Verfügung und die Veranstaltung wurde nach Pec pod Snezkou (dt.: Petzer unter der Schneekoppe) im Riesengebirge verlegt.

Hut ab vor den Organisatoren um Zdenek Fiala, die in der Vorbereitung sicherlich erhebliche Mehrarbeit und einige bange Momente hatten. Es ist ihnen gelungen, diese schöne Veranstaltung zu retten und den Teilnehmern passable Bedingungen zu bieten. Die Verlegung hatte zu einer gewissen Dezimierung des Teilnehmerfeldes geführt, denn für die meisten Spieler, Eltern und Betreuer verlängerten sich Anreiseweg und -zeit erheblich.

Hier und da musste noch während der Veranstaltung schnell nachgebessert werden. (Der anliegende Supermarkt hatte vor allem in den ersten Tagen nicht ganz grundlos Hochkonjunktur; die Klimaanlage schien bei Regulierungsversuchen eher noch zu heizen; das hoteleigene Internet war dem Ansturm der Schachspieler ein, zwei Tage lang nicht gewachsen, bevor vermutlich ein größeres Datenpaket nachgeordert wurde. Hoteleigene Freizeiteinrichtungen hatten m.E. recht stolze Preise.)

Aber warum im Hotel sitzen: Die Landschaft drumherum ist atemberaubend schön. In jeder Richtung ist man nach spätestens 15 Gehminuten im Wald oder am Fuße von Seilbahnen und Sesselliften oder Wanderwegen, die in Gipfel jenseits der 1000 m führen. Überall sieht man kleine Gehöfte und Häuschen der ehemaligen Bergbausiedlungen, die nun ganz auf Tourismus eingestellt sind. Sattgrüne, waldreiche Täler wurden von Bächen und Flüssen in die Landschaft geschnitten, die bei heftigen Niederschlägen schon mal gefährlich werden könnten, wovon mehrere Brücken in Rekonstruktion auf dem Weg nach Pec zeugen.

An vielen Stellen blühte der Enzian, neben den zahlreichen geschnitzten Holzfiguren das natürliche Symbol der gesamten Region. Alles was das Herz begehrt: Gesunde Luft, Blaubeeren satt, vereinzelt Himbeeren im Tiefland und Preiselbeeren in den höheren Lagen und erfrischendes Wasser aus den steil abfallenden schroffen Felsenlandschaften, mit Naturstein aufwendig eingefasste Wanderwege, Bänke und Hütten zum Verweilen mit mehrsprachigen Schautafeln zu Historie und Bewuchs der Region und hier und da auch mal ein Ausschank mit Speisen und Getränken. Nicht nur von den Gipfeln hat man bei guter Sicht einen weiten Blick ins tschechisch-polnische Naturschutzgebiet. Idylle pur, wenn man nicht noch Schach spielen müsste…

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