März 7, 2021

Auf den Spuren Richard Retis

Beim Reti-Gedenkturnier 1982 in Trnava überzeugte Lothar Vogt einerseits durch sein tiefes positionelles Verständnis, andererseits auch durch seine offensive Schlagkraft. Das Ergebnis seiner stets sehr phantasievollen Bemühungen war ein geteilter 2. Platz in einem 14 Teilnehmer starkem Feld, nur einen halben Punkt hinter dem Sieger Vlastimil Jansa, welcher mit 8 von 13 möglichen Punkten gewann.

Zu jenem Zeitpunkt gehörte er zusammen mit Rainer Knaak und Wolfgang Uhlmann zu den stärksten Spieler im östlichen Teil Deutschlands. Er gewann 1968 den Jugend-Titel der DDR und wurde 1973 Internationaler Meister. 1976 verlieh ihm die FIDE den Titel eines Schachgrossmeisters. Er errang viele internationale Erfolge, darunter auch die ersten Plätze in Warschau 1969, Kecskemet 1977 und Polanica-Zdroj 1982.

Seinen Spielstil zu beschreiben ist nicht einfach, finden sich in seinen Partien die geschlossene Eröffnungen genau so wieder, wie offene oder halboffene. Heute
sehen wir eine Partie, bei der Lothar Vogt auf jenen Pfaden wandelte, die einst für jenen Schachspieler typisch waren, zu dessen Ehren dieses Turnier ausgetragen wurde.

Andererseits kann man genauso auf die Idee kommen, dass seine Vorbilder zumindest in dieser Partie auch der frühere Weltmeister Tigran Petrosian oder der damalige Weltklasse Ulf Andersson aus Schweden sind, die zu den gefürchtesten Filigrantechnikern am Schachbrett gehörten.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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