Juli 1, 2022

German Masters der Frauen: Jana Schneider mit besten Chancen auf Turniersieg nach

Jana Schneider (links) gegen Melanie Lubbe

Zu Beginn der achten Runde des German Masters der Frauen 2022 stand vor allem das Duell der Führenden Jana Schneider und Melanie Lubbe im Vordergrund. Demgegenüber bekam es die Co-Führende Dinara Wagner mit Brigitte Burchardt zu tun. Da klar war, dass ein Sieg unter den Führenden mit großen Chancen auf den Turniersieg einherging, konnten sich die Zuschauer:innen vor den Bildschirmen und vor Ort auf großes Kampfschach freuen. Enttäuscht wurden sie nicht!
(Alle Fotos: Michael Busse)

Dabei begann die achte Runde allerdings sehr verhalten: Josefine Heinemann und Lara Schulze testeten ihr Theoriewissen in einer Nebenvariante des offenen Spaniers. Der mit Weiß spielenden Josefine gelang es, Lara eine zerrüttete Bauernstruktur anzudrehen. Doch Laras Läuferpaar bot genügend Kompensation für diesen strukturellen Schaden. Nach Abtausch in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel wurde die Punkteteilung dann sogar vor der Zeitkontrolle besiegelt.

Einen Big Point im direkten Duell der Führenden gelang Jana Schneider. Mit Weiß setzte sie den klassischen Sizilianer von Melanie Lubbe von Beginn an unter Druck. Nach Öffnung der langen Diagonalen sorgte Janas Fianchetto-Läufer für gefährliche Drohungen gegen den schwarzen König. Mit einer petit combination gewann sie schlussendlich entscheidend Material, wonach Melanie alsbald die Waffen streckte.

Die Partie zwischen Sarah Papp und Antonia Ziegenfuß entwickelte sich zu einer wahren Achterbahnfahrt. Im Mittelspiel opferte Sarah eine Figur und bekam im Gegenzug neben zwei Bauern auch noch einen mächtigen Angriff gegen den schwarzen König hinzu. Mit knapper werdender Zeit hatte Sarah auch die richtige Idee zur Verwertung ihres Vorteils gefunden, doch beging sie in der Reihenfolge der zu spielenden Züge einen verhängnisvollen Fehler. Danach drehte sich die Partie und Antonia übernahm nach und nach mit der Mehrfigur die Kontrolle und war kurz davor ihren zweiten Sieg einzufahren. Nach zwei schweren Fehlern ihrerseits waren Mehrfigur sowie Gewinnstellung wieder futsch und wenig später reichten sich die Kontrahentinnen die Hände zum Remis.

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