Juli 1, 2022

Anita Seidler vom Schachbezirk Oberfranken geehrt!

Anita Seidler ist in Kulmbach eine Ikone und macht dort seit Jahren Schach. Im Schulschach ist sie dort sehr aktiv, ihre Arbeit ist einfach toll. Der Bezirksverband Oberfranken mit dem Vorsitzenden Ingo Thorn hat dieses beispiellose Engagement dankenswerterweise gewürdigt und ihr einen schönen Preis verliehen.

Das ist ihr Lebenslauf, eine deutsch-deutsche Schachgeschichte!

Sie erlernte das Schachspiel mit 5 Jahren. 1971 beteiligte sie sich am ersten kleinen Turnier für Motor Eisfeld. Im Januar 1975 bekam sie schon eine Gastspielgenehmigung für die DDR-Liga bei der Frauenmannschaft SG Beerberg Goldlauter. Es folgten jährliche Kreismeistermeisterschaften und Spartakiaden mit guten Platzierungen, auch Qualifizierungen zu den Bezirksmeisterschaftsteilnahmen bzw. Spartakiaden waren möglich. Hierfür benötigte sie den ersten oder zweiten Platz. 1979/ 80 folgte der Vereinswechsel von Motor Eisfeld zu GPM Merbelsrod in die Bezirksliga Männer. 1980 wurde sie Bezirksmeisterin und hatte die Qualifikation zur DDR Meisterschaft, da war Erfahrung sammeln das richtige Wort. Zwischendurch fanden meist am 7.

Oktober Simultanturniere statt. Die Sportfeste der Werktätigen waren schon für sie sehr wichtig. 1982 übernahm sie die AG Schach in Motor Eisfeld mit 14 bis 16 Kindern. Im gleichen Jahr bildete der Bezirk Suhl eine Oberliga Mannschaft Frauen Chemie IW Ilmenau. Hierzu wurden die besten Damen von jedem Kreis nominiert. 1984 begann die Ausbildung zum Übungsleiter, 1985 wurde die Prüfung bestanden 1985 wurde bekannt, dass sie nach Leipzig umziehen möchte. 1985 folgte eine Ehrung vom Bürgermeister der Stadt anlässlich der Woche der Jugend und Sportler.

Frühjahr 1986 zog sie nach Leipzig.1987 begannen ein paar Trainingseinheiten in Leipzig. Sie versuchte sich dann später im Fernschach, was ihr nicht so viel Spaß machte. Es kam auch eine berufliche Ausbildung dazwischen Natürlich stand auch die Familienplanung im Vordergrund Ein Traum von ihr wäre gewesen ”eine eigene kleine Jugendmannschaft”, dann kam die Wende. Im Juni 1990 freute sie sich über die Geburt des ersten Kindes 1990 kam sie auf Umwegen der Umzug nach Kulmbach, dann stand erst einmal die kleine Familie im Vordergrund. Bis Ende 1991 wollte sie mal so schauen, wo es Schachvereine in der Nähe gibt. Der nächstgelegene war vor der Haustür 400m von der Wohnung – der SK 1907 Kulmbach war in Sicht.

Sie erinnerte sich daran – es war voll im Klub damals in der Kantine der Malzfabrik, 24 bis 30 Schachfreunde besuchten das Training. Sie fühlte sich auf Anhieb sehr wohl, denn sie wurde so herzlich aufgenommen, dass sie einfach bleiben musste. 1993 folgte der Eintritt in den Verein, ein paar Vereinsmeisterschaften und Mannschaftskämpfe folgten. Eine kleine Statistik zeigt, dass sie Schach nicht verlernt hat. Sie hatte damals eine 89% Gewinnquote in der zweiten Mannschaft. 1995 folgte Familienzuwachs – das zweite Kind wurde geboren. Die Babypause nutzte sie, um ihrer Tochter das königliche Spiel beizubringen, die später dann auch kleine Erfolge erzielte. Da war die Jugendarbeit geboren

Ein paar Jahre sind vergangen, es war 2003 – im Irak brach ein Krieg aus. Im Schachklub Kulmbach wurde mit den Kids eine Friedenstaube gebastelt, auf der man Unterschriften sammelte. Im gleichen Jahr kam sie auf die Idee ” Das ABC des Schachspiels ” als kleine Geschichte zu schreiben. Kulmbacher Schach-Bambinis sollte das Heftchen heißen. Daraufhin plante Anita gleich einmal einen gewaltfreien Fasching in der Mälzerei zu organisieren. Sie wurde im Verein zum Spielleiter gewählt, später zum zweiten Vorsitzenden und zum Jugendleiter. Es folgten noch viele Ausbildungen: C- Trainer, Turnierleiter, Verbandsschiedsrichter 1. Hilfe-Kurse…

Dann kamen 2008 die ersten Schnupperkurse an den Schulen, Teilnahmen an oberfränkischen Schulschachmeisterschaften, Teilnahmen mit dem Nachwuchs bei Kreismeisterschaften oder auf oberfränkischer Ebene. Sie kam dann auf die Idee mehr Kurse besuchen zu müssen um mit den verschiedenen Charakteren der Kinder umgehen zu können. Wunderschön empfand sie die Jugendfreizeiten im Kreis, da war Anita für den olympischen Vormittag am Samstag verantwortlich, was ihr viel Spaß gemacht hat. Nicht zu verachten war die Jugendfreizeit des Schachkreise Kronach, die dauerte eine Woche und bedeutete sehr viel Verantwortung für sie. Eines Tages überfiel sie den ersten Vorsitzenden Alvin Krämer mit einer sonderbaren Idee.

Sie fing an zu sagen: “Du – wir haben so viel Schulen im Schach- wir rufen eine eigene Kulmbacher Schulschachmeisterschaft ins Leben!? Das was Oberfranken kann – kann der Landkreis Kulmbach auch.” Die Unterstützung vom Schulamt wurde zugesagt und schon gings ans Planen. Anita wollte die Kids belohnen mit einem Tag schulfrei und so fand die Schulschachmeisterschaft an einem Donnerstag statt. Nun begann die Arbeit, sie war ganz begeistert über die 70 Teilnehmer. Bei der 5. Kulmbacher Schulschachmeisterschaft hatte sie aus ihrer Heimat sogar eine Schule eingeladen. Die Sonneberger kamen mit 2 Mannschaften.

Sie fiel aus allen Wolken über die hohe Teilnehmerzahl. 105 Teilnehmer – das war schon einem Open gleich! Leider konnte sie die Kulmbacher Schulschachmeisterschaft nicht halten und die 5. war somit die letzte. Ein bisschen traurig ist sie schon, dass die Schulschach-AGs in Kulmbach eingeschlafen sind. Sehr erfreut war sie, als Kulmbach den Jugendpreis erhielt. Anita war auch Fahrer als die Kulmbacher Jungs in die Landesliga aufgestiegen sind.

Es hat ihr Spaß gemacht die Jungs und Mädchen zu begleiten und im Turniersaal zuzuschauen Sie ist froh, dass die Jugendarbeit jetzt langsam wieder anfängt, Corona war nicht einfach. Nun geht für uns die Jugendarbeit weiter. Überwältigt war sie, als sie bei der Bezirksversammlung Oberranken am 2021 den Ludwig Schirner Ehrenpreis erhielt. Sie konnte die Freudentränen nicht zurückhalten Anita bedankt sich sehr für die:

– Unterstützung und Förderung schon aus dem Elternhaus
– bei ihren alten Vereinen
– beim SK 1907 Kulmbach für herzliche Aufnahme und hier für die sehr gute Zusammenarbeit in der Vorstandschaft,
– auch Danke an die vielen Vereine mit denen ich doch sehr gut und freundschaftlich auskomme und sehr gerne helfe.

Ein ganz besonderer Dank an ihre Familie, die über die Jahre hinweg, das eine oder andere Wochenende auf sie verzichten mussten!

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