März 7, 2021

Mir Sultan Khan und das Zauberendspiel vom Semmering

Wenn ich Sie jetzt fragen würde , „Wer war der erste indische Spieler dessen Partien das Prädikat Weltklasse verdienen?“ dann behaupte ich, dass die Jüngeren von ihm noch nie etwas gehört haben. Schon lange vor den heutigen Schachgrößen Viswanathan Anand oder Perimarjan Negi war er der Erste, dessen Partien weltweit Beachtung fanden.

Bis Ende der 20er Jahre kannte ihn keiner, war er doch nur ein Dienstbote seines Oberst, bis dieser ihn 1928 mit nach England nahm. In London fand er Zugang zu der Schachszene und überzeugte schnell. Sein Spiel beruhte stets auf Intuition, denn all das was Andere durch das Studium der Fachliteratur erlernen, musste er sich, infolge sprachlicher Defizite, am Brett bzw. durch das Zuschauen erarbeiten.

Zwischen 1930 und 1933 nahm er erfolgreich an internationalen Meisterturnieren teil. In den stark besetzten Turnieren von Hastings war er 1931 und 1933 bester englischer Teilnehmer. In seiner Karriere konnte er unter anderem Spieler wie Capablanca, Rubinstein oder Flohr besiegen. Zudem spielte er für das englische Team zwischen 1930 und 1933 bei drei Schacholympiaden.

Im Jahr 1933 kehrte er mit seinem Dienstherrn wieder nach Indien zurück und verschwand somit von der Weltbühne des Schachs, genauso so still und leise, wie er diese einst betreten hatte.

Im Jahr 1931 spielte er einen Wettkampf gegen Dr. Savielly Tartakower, der seinerzeit zu den stärksten Spielern der Welt gehörte. Der Wettkampf ging über insgesamt 12 Partien, Mir Sultan Khan konnte diesen mit einem Erfolg (+4 =5 -3) in der letzten Partie knapp zu seinen Gunsten entscheiden.

Heute betrachten wir die 5. Partie dieses Wettkampfes. Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

Die nächste Kolumne folgt aufgrund Urlaub erst am 04.05.2019.

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