Die 14. Weltmeisterschaft für Blinde und Sehbehinderte der IBCA in Cagliari auf Sardinien ist Geschichte. Mittlerweile sind alle Teilnehmer wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen.

Die abschließende Runde 9 brachte aus deutscher Sicht Siege für Thorsten Mueller, Pohlers und Riegler. Zu halben Punkten kamen Oliver Müller, Lindenmair und Schellmann. Dobierzin, Adiyaman und Schulz gingen leider leer aus.

In der Abschlusstabelle ist von unseren Spielern Oliver Müller mit 6,0 Punkten auf Rang 10 am besten Platziert. Ein Ergebnis, mit dem Oliver sicher zufrieden ist, auch wenn zwischenzeitlich mehr drin zu sein schien.

Ein bärenstarkes Turnier spielte Olaf Dobierzin. Mit 5,0 Punkten kam er auf Platz 27 und hatte es dabei fast ausschließlich mit Gegnern zu tun, die vor ihm in der Setzliste standen. Der Lohn hierfür ist eine Verbesserung seiner DWZ-Zahl um satte 56 Punkte.

Mit ebenfalls 5,0 Punkten landete Thorsten Mueller auf dem 34. Platz. Nachdem es bei ihm zwischenzeitlich gar nicht gut lief, konnte er durch seinen Sieg in der letzten Runde doch noch ein ordentliches Ergebnis erzielen.

Als 37. kam René Adiyaman mit 4,5 Punkten ins Ziel und meinte dazu: “Das war irgendwie einfach nicht mein Turnier!”

Für mich sind die 4,5 Punkte auf dem 41. Rang viel wert und ich bin rundum zufrieden. Schließlich waren 7 meiner 9 Gegner vor mir gesetzt.

Frank Schellmann erreichte auf Platz 46 ebenfalls 4,5 Punkte und wird das Turnier wohl als weder besonders gut noch als besonders schlecht verbuchen. Leider war er während des Turniers durch Zahnschmerzen doch arg gehandicapt.

Gut lief es diesmal für Jürgen Pohlers, Er kam als 48. ins Ziel und seine 4,5 erzielten Punkte brachten ihm einen ansehnlichen DWZ-Zuwachs von 35 Punkten.

An Dieter Riegler lief das Turnier völlig vorbei. Immerhin gelang es ihm noch, durch zwei Siege in den Abschlussrunden den Schaden in Grenzen zu halten. Am Ende standen 4,5 Punkte und damit Rang 51 zu Buche.

Auch Gert Schulz dürfte mit den erzielten 4,0 Punkten auf Platz 54 nicht zufrieden sein.

Ein Dank sei an dieser Stelle unseren Begleiterinnen und Begleitern ausgesprochen. Sie waren stets für uns da und sorgten dadurch für eine entspannte angenehme Atmosphäre.

Der Bundestrainer Wilfried Bode hatte bei 9 deutschen Spielern alle Hände voll zu tun, die tägliche Gegnervorbereitung zu managen. Mit viel Engagement und Fleiß meisterte er diese Aufgabe aber bravourös.

Doch richten wir zum Abschluss den Blick noch nach ganz oben:

Der neue Weltmeister heißt Predrag Nikac und kommt aus Montenegro. Er ist IM und weist eine Elozahl von 2297 auf. Mit 7,5 Punkten hatte er am Ende einen halben Zähler Vorsprung auf den Vize.

Silber ging an den Russen Alexey Smirnov, der bei einer Elozahl von beachtlichen 2451 erstaunlicher Weise keinen FIDE-Titel hat. Er landete bei 7,0 Punkten.

Den letzten Medaillenplatz sicherte sich der Turnierfavorit GM Marcin Tazbir aus Polen. Seine Elo von 2540 reichte aber nicht aus, die Konkurrenz in Schach zu halten. Auch er erspielte 7,0 Punkte.

Insgesamt nahmen 86 Spieler aus 27 Nationen teil.

Resultate Partien

Von Anton Lindenmair

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