August 18, 2022

Sreyas und die Flaggenfrage

Die ihn anstarrenden Kuscheltiere der Gegner machten ihm Angst, hat Sreyas Payyappat jetzt dem SPIEGEL erklärt. Diese Angst hielt ihn bei der Deutschen Meisterschaft U12 allerdings nicht davon ab, mit 6,5/7 durch den Wettbewerb zu pflügen. | Foto: Deutsche Schachjugend

Die Flaggen- und Föderationsfrage ist im internationalen wie im deutschen Schach nicht neu. International machte zuletzt Alireza Firouzja mit seinem Wechsel nach Frankreich Schlagzeilen, davor der Armenier Levon Aronian, der nun für die USA spielt. National möchte sich Georg Meier die deutsche Schachverwaltung nicht länger antun, darum spielt er jetzt für Uruguay. Arkadij Naiditsch wiederum hätte gerne wieder für Deutschland gespielt, aber die deutsche Schachverwaltung möchte sich Arkadij Naiditsch nicht antun.

Die nächste Flaggen- und Föderationsdebatte im deutschen Schach läuft schon, noch weitgehend unter dem Radar. In welchem Maße sie Schlagzeilen machen wird, hängt davon ab, wie gut derjenige wird, der seit drei Jahren in Hannover dank niedersächsischer Mittel und Trainer sein Schach vervollkommnet, aber unter indischer Flagge am Brett sitzt. Die Chance, dass Sreyas Payyappat sehr gut wird, ist nicht eben klein.

Deutscher Meister wurde – ein Inder

“Supergroßmeister” wolle er werden, hat der 13-Jährige jetzt sogar dem SPIEGEL erklärt. Nicht auszuschließen, dass er das schafft. Aber auch gut möglich, dass er das nicht schafft.

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