Januar 24, 2022

Euro 2011: Gustis Hidden Läufer-Champion

Europameisterschaft 2011 in Porto Carras? Deutschland holte den Titel! Wir blicken noch einmal zurück auf die letzte Runde, und – Jan Gustafssons sensationellen weißfeldrigen Läufer.
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Deutschland ist Europameister, und wir freuen uns noch immer! Team Germany ging letztes Jahr als Außenseiter in das Turnier und gewann. Das macht mir Mut – vielleicht kann ja auch der HSV eines Tages noch einmal Deutscher Meister werden?!

Lange Zeit haben sich die Scheinwerfer der Teletext lesenden Öffentlichkeit nun schon auf die fünf neuen Europameister gerichtet, die im schönen Griechenland durch starke Eröffnungen, kraftvolle Züge und das kunstvolle Aushalten in heiklen Situationen sehr zu Recht alle anderen Mannschaften auf Distanz hielten. Chapeau!

Erstaunlich, ein wenig unheimlich und bislang recht wenig diskutiert ist dabei die enge Verbindung der Glorreichen Fünf mit der Hansestadt Bremen:

– Arkadij Naiditsch (spielte erst neulich Schach an der Weser – wie dieser Film beweist),

– Georg Meier (war früher mal ganz, ganz kurz bei Werder Bremen im Team),

– Daniel Fridman (ein Bremer im Herzen)

– Jan Gustafsson (wohnt in der Nähe von Bremen) und

– Rainer Buhmann (war bestimmt auch schon mal in der Stadt)

Auch Uwe Bönsch als Bundestrainer, Betreuer und/ oder Teamchef (vielleicht klärt es sich irgendwann mal auf) und Rustam Kazimdschanow, der Coach für die allerersten Partiezüge, hatten erheblichen Anteil am Erfolg.

Und das gilt ebenso natürlich auch für all jene, die in den neun Runden des Turniers am Bildschirm die Daumen gedrückt haben. (Man soll so etwas ja nicht unterschätzen – kein Scherz, vielleicht hilft es ja wirklich! So sagt es jedenfalls dieser Artikel.)

Das alles führte zu einem sagenhaften ersten Platz bei der EM. Wir können uns bei vielen bedanken. Doch vielleicht haben wir bisher noch nicht an alle gedacht?

Tatsächlich gibt es da jemanden, der in der kitzeligen letzten Runde gegen Armenien das letzte, das entscheidende Unentschieden rettete und somit die Meisterschaft für Deutschland entschied.

Die Rede ist von Jan Gustafsson – und von seinem phänomenalen Läufer. Vom weißfeldrigen Läufer auf c8, um genau zu sein – dem Man of the Match, der in Jan letzter Partie alle gefährlichen Situationen gekonnt zu meistern half. Wir sprechen es offen aus: ohne diesen Läufer wäre Deutschland wahrscheinlich nicht Erster geworden.


Das Remis ist gesichert – auf diesem historischen Photo direkt nach dem Titelgewinn sehen wir Jan Gustafsson, das Ergebnis der Partie und … den Man of the Match auf e4! (Photo: WhyChess)

Dieser Läufer war extra-wichtig. Doch leider scheut er die Öffentlichkeit und hält sich seit dem Titelgewinn bisher sehr im Hintergrund. Der schwarze Läufer c8 – ein typischer Hidden Champion.

Weiterlesen bei den Versteckten Schachkatzen

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