Berlin gegen Baden-Baden: Deutsches Duell zum Auftakt der Pro Chess League

Die „Snowflakes“ aus Baden-Baden täten ihm leid, sagt Bo Wimmer, Manager der „Berlin Bears“ in der Pro Chess League (PCL). Die armen Badener müssten am Donnerstagabend mit einer Niederlage in die Saison starten, weil sie gleich zu Beginn auf Wimmers Berliner Bären treffen. „Hoffentlich werden sie nicht allzu geknickt sein.“

Am Bodensee sind wir alles andere als geknickt. Wieder haben wir Wimmer als Gastautoren gewonnen. Schon vor einem Vierteljahr hatte er uns exklusiven Einblick gewährt, wie sich eine Berliner Kiosktruppe zu einer Schach-Profimannschaft wandelte – die sich dann tatsächlich für die Pro Chess League qualifizierte.

28 Mannschaften wollten zur PCL dazustoßen, 8 qualifizierten sich, darunter Bo Wimmers Bären aus Berlin, die einzige Kioskmannschaft im Wettbewerb. (Grafik: chess.com)

Vor deren Beginn galt es für die Berliner, ihr Personal aufzustocken, um an allen zehn Spieltagen nicht nur jeweils vier Spieler ans Brett zu bekommen, sondern eine möglichst schlagkräftige Kombination derselben.

Groß war die Versuchung, elostarke Söldner zu verpflichten. Den einstigen Wahlberliner Levon Bäronian und Pandabärin Hou Yifan hatte Wimmer schon an der Angel, aber beide Verpflichtungen scheiterten an den begrenzten Mitteln seiner Truppe.

Caruana und So für Saint Louis am virtuellen Brett

Mit Bordmitteln unbezahlbar, ein Problem, das andere nicht haben. Die „Archbishops“ aus Saint Louis zum Beispiel werden am ersten Spieltag Fabiano Caruana und Wesley So an die virtuellen Bretter schicken. Ob Magnus Carlsen wieder für seine „Norway Gnomes“ spielt und wie im Vorjahr live streamt, ist offen. Wimmer hat gehört, dass die Norweger 2019 wohl ohne Carlsen auskommen müssen.

Unabhängig von den Superstars im Team, jede Mannschaft darf einen Eloschnitt von 2.500 nicht überschreiten. Mit dieser Regel stellt der Ausrichter chess.com ein ausgeglichenes Feld und einen spannenden Verlauf sicher. Niemand kann einfach vier 2.800er verpflichten und dann durch die Liga marschieren.

Die „Berlin Bears“ gehen vorerst ohne Sponsor in die weltweite Serie, die potenziell zehn- wenn nicht hunderttausende Schachfans an den Bildschirmen verfolgen werden, nicht nur auf dem offiziellen Twitch-Kanal von chess.com, auch auf dem der Berliner, wo die Bären ihre Wettkämpfe streamen werden. „Wer Interesse hat, ein cooles Schachteam zu unterstützen, darf sich gerne melden“, sagt Wimmer.

Ein Reisender in Sachen Schach: Bo Wimmer am Rande des Turniers neulich in Böblingen. Natürlich trägt er auch beim Nahschach das Logo seiner „Berlin Bears“ auf der Brust. Für ein Sponsorenlogo wäre auch noch Platz.

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