Dezember 3, 2021

Großer Schachbahnhof in Halle (Saale)

Am 2. und 3. Oktober führte die Schachstiftung GK gGmbH zum zweiten Mal in Zusammenhang mit dem Tag der Deutschen Einheit eine Veranstaltung durch. Nachdem 2020 der Auftakt in Leipzig erfolgte, war nun Halle (Saale) als Austragungsort an der Reihe.

Los ging es am Sonnabend, den 2. Oktober, im altehrwürdigen Löwengebäude der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Zum Thema „Schach, Intelligenz und Begabung, Politik, Philosophie, Psychologie, Lernerfolg, Wirtschaft und Unternehmertum“ stellten Peer Steinbrück (Bundesminister a. D; Beiratsvorsitzender der Schachstiftung GK), Artur Jussupow (Großmeister), Prof. Dr. Thomas Brockmeier (Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau), Prof. Dr. Bernd Gräfrath und Prof. Dr. Roland Grabner (Universität Graz) ihre Thesen vor.

Am Ende der von Theo M. Lies (MDR) gekonnt geführten Podiumsdiskussion wurde deutlich: Das Schachspiel steht für solche Eigenschaften und Fähigkeiten wie Konzentration, vernetztes Denken und den Zwang, rasch Entscheidungen auf der Grundlage von unsicheren Informationen treffen zu müssen.

Damit bildet das Beherrschen des königlichen Spiels viele Herausforderungen des Lebens ab. Vor allem in der Wirtschaft, im Unternehmertum und der Politik ist dieses Können von Vorteil. Dabei ist es nicht notwendig, besondere Begabungen als Voraussetzung für gute Leistungen am Schachbrett zu haben. Viele exzellente Spieler sind in der Mathematik zu Hause. Es gibt aber auch Weltklassespieler, die als bekannte Konzertpianisten oder Sänger erfolgreich waren.

Was den Erfolg beim Schach, in der Arbeitswelt oder in der Politik letztendlich ausmacht, fasste Peer Steinbrück gekonnt zusammen: „Der vorletzte Fehler gewinnt die Partie“.
Im Rahmen der Abendveranstaltung erhielt Peer Steinbrück für seine Verdienste zur Verbreitung von Schach als Kultur- und Bildungsgut den „Lasker 2021“ (Dr. Emanuel Lasker – Schachweltmeister 1894 – 1921).

Elisabeth Pätz (Großmeisterin) und Dr. Robert Hübner freuten sich über den „Viktor“ für herausragende schachsportliche Leistungen (Viktor Kortschnoi – zweifacher Vizeweltmeister). Die Auszeichnungen wurden von Thomas Weischede, Vorsitzender der Emanuel-Lasker-Gesellschaft, vorgenommen.

Am Sonntag, den 3. Oktober, wurde dann Schach gespielt. Hans-Joachim Hecht (GM) spielte zwei Partien gegen Rainer Knaak (GM) 0,5 : 1,5. Bei den Damen duellierten sich Iris 
Mai (IM) und Barbara Hund (GM) mit dem Ergebnis 0,5 : 1,5. Parallel dazu spielten Dr. Robert Hübner (GM) und Elisabeth Pähtz simultan gegen 16 bzw. 15 Gegner, darunter auch „Schachkinder“. Beide erreichten zwei Remis und gewannen alle weiteren Spiele.

Aktuell laufen schon erste Überlegungen für die Veranstaltung 2022. Das wäre dann die Dritte in dieser Reihe und damit würde diese dann eine Tradition. Die Schachstiftung GK und der Kinderschach in Deutschland e. V. bedanken sich bei den Kooperationspartnern, insbesondere bei der IHK Halle-Dessau und dem Organisationsteam um Dr. Wilfried Röder.

Impressionen, Bilder, Interviews und Videos zum Schachevent 2021 finden Sie auf der Homepage (www.schachstiftung-gk.de), dem Facebook-(@schachstiftungGK) oder YouTube-Kanal der Schachstiftung GK gGmbH.

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