Oktober 24, 2021

„Schachverrückt oder verrückt nach Schach?“

Interview mit Gernot Gauglitz, Geschäftsführer des Energieparkentwicklers UKA

Frage:
Sehr geehrter Herr Gauglitz, im Februar 2018 haben Sie als Internationaler Meister und zugleich als Vertreter des Hauptsponsors UKA bereits einen ersten Einblick in Ihr Schach- und Berufsleben gegeben. Ich danke Ihnen vorab, dass dieses Gespräch nun eine Fortsetzung finden kann, denn seit 2018 ist viel passiert. Damals deuteten Sie an, dass Ihnen Ihr beruflicher Einsatz nur selten die Möglichkeit gibt, selbst am Brett aktiv zu werden. Haben die Beschränkungen durch die Coronazeit Ihnen die Gelegenheit gegeben, sich zumindest virtuell ans Brett zu setzen, zu trainieren oder die Weltspitze beim online-Stelldichein zu beobachten oder ging bei Ihnen beruflich und privat der Alltag einfach so weiter?
Antwort:
Ich bin nach wie vor beruflich stark eingespannt, daran hat auch Corona nichts geändert und deshalb ist mein Zeitbudget für Schach stark eingeschränkt. Trotz dessen versuche ich, wenn es passt, online die Top-Veranstaltungen im Internet zu verfolgen.

Frage:
In Unternehmerkreisen wird in schwierigen Zeiten immer wieder das Churchill-Zitat: „Lass niemals eine Krise ungenutzt verstreichen“ bemüht. Sehen sie das nationale und/oder das internationale Schach pandemiebedingt in einer solchen Krise und welche Überlegungen hätten Sie für das Schach, gestärkt aus dieser merkwürdigen Zeit hervorzugehen?
Antwort:
Ich sehe keine Krise, sondern die Chancen überwiegen. Schach kann man nun mal, anders als z.B. Ballsportarbeiten, auch online betreiben. Deshalb wird es zukünftig „normales“ und „online“ Schach geben, was Schach noch populärer machen wird. Deshalb nutzen wir die Chancen, welche das online Schach bietet.

Frage:
Vor einigen Tagen sprach ich am Rande einer Veranstaltung zufällig und nur zwei Minuten mit einem mir nicht näher bekannten Juristen, der rechtsberatend im Bereich der Windkraftentwicklung tätig ist, also dem Kerngeschäft Ihres Unternehmens. Ich fragte ihn diesem Zusammenhang nach UKA und Ihrer Person und wir kamen sofort ins Gespräch und landeten beim Schach. Er meinte, Sie seien nicht nur ein sehr starker Schachspieler, sondern auch „schachverrückt“ oder zumindest „verrückt nach Schach“. Hat er recht und woran liegt es, dass Schach so schnell verbindet?
Antwort:
Schachverrückt würde ich so nicht bestätigen. Richtig ist, dass in meiner Jugend Schach mein Leben/Beruf war und das Schachspielen verschiedene Eigenschaften ausgeprägt hat, welche mir bis heute helfen, gute unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Hinzu kommt, dass ich einen Teil des Jahres in den USA verbringe und dort ist es üblich, dass ein erfolgreicher Unternehmer etwas der Gesellschaft zurückgibt und ich habe mich in dieser Hinsicht für Schach entschieden.

Frage:
Wenn Sie bei einer Wunschfee drei Wünsche für die zentrale Bundesligarunde im Oktober 2021 in Berlin frei hätten, was stünde auf Ihrem Wunschzettel?
Antwort:

  1. Keine Corona-Fälle
  2. Ein tolles Event, welches dazu führt, dass mehr junge Spieler sich für den Versuch, eine Schachkarriere zu starten, entscheiden.
  3. Dass die Spitzenteams mit ihrer besten Aufstellung antreten, damit man die Weltklassespieler mal wieder live in Deutschland erleben kann.

Das Interview führte Dr. Lars Hein.

Sehen Sie auch die die Webseite der zentralen Bundesligarunde

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