August 4, 2021

2021 Paris Rapid & Blitz – Rückblick auf Tag 1

Die zweite Etappe der Grand Chess Tour 2021 startete in der Stadt der Lichter: Das Pariser Rapid & Blitz bringt einige der besten Spieler der Welt in einem funkelnden Turnier zusammen. Zu den vollen Tour-Teilnehmern gesellen sich bei diesem Event spannende Wildcards: Der französische Held Etienne Bacrot, Wunderkind Alireza Firouzja und Weltmeister-Herausforderer Ian Nepomniachtchi.

A beautiful playing hall awaits the battles of the 2021 Paris Rapid and Blitz | Photo Lennart Ootes

Erste Runde

Eine wilde Art, den Tag zu beginnen. Richard Rapports unorthodoxe Entwicklungsmethoden – einen Springer auf g7 innerhalb der ersten 10 Züge zu fianchettieren – erwiesen sich als wenig erfolgreich, da Etienne Bacrot einen permanenten Vorteil erlangte und eine schöne Partie spielte, um den vollen Punkt einzufahren. Nachdem Radjabov gegen Aronian und Caruana gegen Nepomniachtchi in Remis endeten, wurde die Show von den letzten beiden Partien gestohlen. Zunächst spielte Alireza Firouzja in seinem charakteristischen kompromisslosen Stil und setzte Wesley So gehörig unter Druck. Nachdem er eine aussichtsreiche Stellung verpatzt hatte, fand sich der Amerikaner in einem wütenden Gegenangriff wieder. In Zeitnot fand Firouzja nicht die richtige Fortsetzung und ließ So mit einem Punkt davonkommen (Schnellpartien zählen doppelt – ein voller Punkt für ein Remis!).

In einem weiteren Herzschlagfinale wurde der König von Maxime Vachier-Lagrave über das ganze Brett gejagt, aber Svidlers Dame und Turm konnten ihn erfolgreich einkesseln. Selbst dann hatte MVL noch Chancen, seine Dame für ein paar Freibauern zu opfern, aber die Technik des Russen war tadellos und er verwandelte einen großen Vorteil.

A big win for Peter Svidler, who turned 45 yesterday! | Photo Lennart Ootes
Boss Ian Nepomniachtchi ready for battle | Photo Lennart Ootes

Zweite Runde

Runde zwei war geprägt von der Schwäche auf h6! In drei verschiedenen Partien war ein Opfer am Königsflügel unglaublich unangenehm zu verkraften. Maxime Vachier-Lagrave zerstörte erfolgreich Teimour Radjabovs Stellung am Königsflügel und fügte dem Aserbaidschaner seine erste Niederlage der gesamten Grand Chess Tour zu. Ian Nepomniachtchi spielte wie ein absoluter Boss und zerstörte mit seinem Opfer die Stellung von Etienne Bacrot, der damit zwei Punkte aus dieser Partie holte.

Dem letzten Opfer auf h6 wich Peter Svidler in der Verteidigung gegen Alireza Firouzja hastig aus und mit etwas Hilfe seines jungen Gegners und mit viel Hartnäckigkeit überlebte Svidler mit einem Remis. Im anderen entscheidenden Ergebnis der Runde manövrierte Wesley Sos Läuferpaar die Stellung von Richard Rapport einfach aus – der Ungar startete mit zwei Niederlagen ins Turnier.

Maxime Vachier-Lagrave with commentator GM Cristian Chirila recapping his day in Paris | Photo Lennart Ootes

Runde drei

Die große Neuigkeit der dritten Runde waren sicherlich die beiden Siege! Levon Aronian fand seinen ersten Sieg gegen Etienne Bacroft – dessen König wurde von den Läufern angegriffen, die sich kreuzten. Der gestrandete König in der Brettmitte war gegen den kombinierten Angriff der schwarzen Figuren nicht mehr zu retten – der Franzose verlor seine Dame und danach die Partie. Mit Weiß war es Teimour Radjabov, der mit seinem Sturz aus der vorherigen Runde unglücklich war. Radjabovs Springer tanzte auf dem Brett herum und die Löcher in der Stellung von Alireza Firouzja erwiesen sich in diesem Schnellschachformat als zu schwer zu handhaben: Als der Springer des Aserbaidschaners auf f6 landete, brach die schwarze Verteidigung einfach zusammen.

Fabiano Caruana und MVL spielten eine erstaunliche Partie, mit Opfern auf beiden Seiten, einem langen Königsmarsch, aber irgendwie endete alles in Frieden. Peter Svidler war nicht in der Lage, Wesley So unter Druck zu setzen, und das endete mit einem Remis, während Rapport seinen Mehrbauern gegen Nepomniachtchi nicht unter Beweis stellen konnte.

Teimour Radjabov has two out of three decisive games so far! | Photo Lennart Ootes

Tabellenstand

Ein einfach turbulenter Spielablauf. Die Spieler verließen Bukarest in einer kämpferischen Stimmung und hielten auch in Paris keine Schläge zurück. Trotz der vielen entscheidenden Partien ist das Turnier immer noch ziemlich eng und die vier Führenden haben nur +1 Punkte, den Mindestabstand zu ihren Konkurrenten. Da die Schnellschachrunden doppelt gezählt werden, ist auch heute noch viel Action zu erwarten!

 

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