September 21, 2021

Meister des Damengambits II

Im Jahr 1923 zählte das Turnier von Karlsbad zu den wichtigsten Turnieren des Jahres. Mit Ausnahme von Capablanca und Ex-Weltmeister Dr. Lasker nahmen alle bekannten Schachgrößen teil. Für den aufstrebenden Alexander Aljechin war dieses Turnier ein großer Erfolg, zum einem, weil er das Turnier zusammen mit Bogoljubov und Maroczy gewinnen konnte, zum anderen, weil er drei Konkurrenten, Bogoljubov, Maroczy und Grünfeld, in der Anwartschaft auf das Recht Weltmeister Capablanca herauszufordern, überzeugend besiegen konnte. Heute zeige ich Ihnen eine der beiden Partie, für die Aljechin in Karlsbad einen Schönheitspreis erhielt.  

Gleich in der zweiten Runde überraschte Aljechin seinen Gegner Grünfeld in der Eröffnung mit einer starken Neuerung, die es in sich hatte. Der Zug 10… Te8 war eine wichtige Verstärkung des Verteidigungsplan, welcher beizeiten die Mattdrohung auf h7 parierte und dem König ein Fluchtfeld Richtung Brettmitte eröffnete sowie zugleich den Angriff auf das Zentrum mittels c5 unterstützte.  Bemerkenswert auch, dass Aljechin auf die Möglichkeit im 14. Zug c4 zu spielen, um eine Bauernmajorität am Damenflügel zu bilden, verzichtete und stattdessen auf d4 den Bauern abtauschte.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie. 

P.S. Aufgrund Urlaubes, erfolgt die nächste Kolumne in 14 Tagen.

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